ETWAS ÜBER DIE HOCH- UND TIEFNAMEN


Da wir häufig Anfragen zur Namensgebung für Hoch- und Tiefdruckgebiete
erhalten, haben wir die folgende Musterantwort entworfen. Es werden
darin vor allem diejenigen Punkte angesprochen, die von allgemeinem
Interesse sind.

Der US-Wetterdienst begann im 2. Weltkrieg, Taifune im Pazifik in
alphabetischer Reihenfolge mit weiblichen Vornamen zu belegen, um
sich einen besseren Überblick über die Wettersituation zu verschaffen,
da manchmal mehrere Taifune gleichzeitig auftraten. Die Praxis der
Namensgebung wurde bald auch auf Hurrikane im Nordatlantik übertragen,
doch Proteste amerikanischer Frauenvereine führten dazu, dass die
tropischen Wirbelstürme nun abwechselnd weibliche und männliche
Vornamen tragen.

Auf Anregung von Frau Dr. Karla Wege, die damals noch Studentin war
und später vielen als Fernsehmeteorologin im ZDF bekannt wurde,
begann im Jahre 1954 das Institut für Meteorologie der Freien
Universität Berlin, alle für das Wettergeschehen in Mitteleuropa
bedeutsamen Tiefdruckwirbel mit weiblichen und Hochdruckgebiete mit
männlichen Vornamen zu belegen, damit sie in den Zeitungswetterkarten
besser verfolgt werden konnten. Unser Institut betreute damals
aufgrund einer Verwaltungsvereinbarung mit dem Deutschen Wetterdienst
das Stadtgebiet von Berlin (West) mit Wetterberichten, so dass die
Praxis der Namensgebung kaum über die Stadtgrenzen hinaus bekannt
wurde. Erst nach der Wende erregten die Namen für Hoch- und
Tiefdruckgebiete starke Aufmerksamkeit bei den Medien außerhalb
Berlins, und es gab nun auch Proteste von Frauen, die sich durch
diese Namensgebung diskriminiert fühlten.

Die allgemeine Vorstellung "Hoch = schönes Wetter" und "Tief = 
schlechtes Wetter" ist aber nicht haltbar, denn die Zusammenhänge
zwischen den Wettererscheinungen und den Druckgebilden sind wesentlich
komplizierter. Richtig ist allerdings, dass Niederschlag ausschließlich
unter Tiefdruckeinfluss fällt; dieser Niederschlag als Regen oder
Schnee füllt das Grundwasser, die Flüsse und die Seen auf. Unsere
gesamte Zivilisation ist abhängig von Süßwasser, das nur durch
Niederschlagswasser aufgefüllt werden kann, welches wiederum nur in
Tiefdruckgebieten erzeugt wird. Ohne Tiefs und ohne Regen hätten wir
hier Wüste.

Daher sind wir auch wenig begeistert, wenn in den Medien, insbesondere
im Fernsehen, das Wetter häufig nur aus dem Gesichtspunkt der
Freizeitgestaltung betrachtet wird: Formulierungen wie "leider wird
die Sonne durch einige Wolken getrübt" oder "leider fällt wieder
Regen" sowie zahlreiche andere Formen des ständigen Jammerns über
unser Wetter führen schließlich dazu, dass im größten Teil der
Bevölkerung wolkenreiches oder gar regnerisches Wetter als etwas
Schlechtes empfunden wird. Der ökologische Standpunkt, die für das
Leben von Mensch, Tier und Pflanze enorm wichtige Bedeutung der
kostenlosen Versorgung mit Süßwasser, wird völlig vernachlässigt.
Mögen einige Tiefdruckgebiete mit Sturm und starkem Regen schwere
Schäden verursachen und auch Menschenleben fordern, so kann auch
anhaltendes Hochdruckwetter durch Hitze oder Kälte, Dürre oder Nebel
nachteilige Folgen für Menschen und Sachwerte haben.

Es sei auch darauf hingewiesen, dass an unserem Institut zu fast allen
Zeiten mehr Mitarbeiterinnen als Mitarbeiter beschäftigt waren, die
zum großen Teil mit den doch recht komplizierten Zusammenhängen des
Wettergeschehens vertraut sind. Beschwerden von einigen Frauen wegen
der Namensgebung von Tiefs und Hochs erregen hier eher Verwunderung,
doch ist es verständlich, dass die meisten, die sich nicht beruflich
mit dem Wetter befassen, von der schwierigen Materie nur eine recht
oberflächliche Vorstellung haben.

Die Namensgebung für die tropischen Wirbelstürme durch den US-
Wetterdienst erfolgt nach anderen Regeln, bekommen doch diese Wirbel
den Namen erst dann, wenn sie das Unwetterstadium erreicht haben,
genauer: wenn mindestens Windstärke 8 herrscht, in vielen Fällen
wird dann aber bald Windstärke 12, also volle Orkanstärke, erreicht.
Bei dieser Art der Namensgebung wären die Proteste der Frauenvereine
durchaus einsehbar.

Auch heute vergibt unser Institut noch Namen für Hoch- und
Tiefdruckgebiete, die auch in den Berichten des Deutschen
Wetterdienstes sowie einiger privater Wetterfirmen wie Meteofax
teilweise Verwendung finden.

Die Namensgebung erfolgt nach vorbereiteten Listen in alphabetischer
Reihenfolge, es existieren jeweils zehn Durchgänge durch das Alphabet
(also 10 x 26 = 260 Namen für Hochs und 260 Namen für Tiefs). Nach
den zehn Durchgängen beginnt die Namensgebung wieder beim ersten
Durchgang. Es liegt im Ermessen des Meteorologen, welches Hoch oder
Tief er "tauft", in der Regel erhalten nur diejenigen Druckgebilde
einen Namen, die einen Einfluss auf das Wetter in Mitteleuropa
ausüben.

Dipl.-Met. J. Heise


Hier geht es zu den aktuellen Namen


Beilage zur Berliner Wetterkarte zu der Namensgebung:

90/98 ISSN 0938-5312
SO 11/98 1.9.1998

Ein Hoch auf das Tief

Prof. Dr. Horst Malberg

Der Sturm, der über das Meteorologische Institut der FU und mich als seinen Leiter unvorhergesehen hereingebrochen ist und tagelang anhielt, flaut nun ebenso plötzlich wieder ab, wie er gekommen ist. Drei Tage lang sorgten die Medien dafür, dass das Telefon nicht still stand, dass die Arbeiten für Forschung und Lehre völlig zum Erliegen kamen.

Was war es, was die Drähte glühen ließ, was die Medien in "action" versetzte und was mich zu täglich 20 bis 30 Rundfunk-, TV- und Zeitungsinterviews zwang? Was war - zumindest für drei Tage - scheinbar nicht weniger wichtig als die heiße Phase des Wahlkampfs 98?

Hatte das Ozonloch sich dramatisch vergrößert? War der Nachweis über die Auswirkungen menschlichen Tuns auf den Treibhauseffekt der Erde gerade gelungen? Oder war die Güte der Wettervorhersage in diesem Spätsommer gegen null gegangen? Was war es, was für Hörer, Seher und Leser zum Thema Wetter so bedeutend sein konnte?

Des Rätsels Lösung ließ nicht lange auf sich warten. Die Hochs und Tiefs beschäftigten die Nation, und zwar nicht die wirtschaftlichen oder politischen, sondern die in unserer Wetterkarte. Genauer gesagt, es sind die Namen der Druckgebilde, die von einer bundesweiten Fraueninitiative als diskriminierend empfunden werden. 500 Unterschriften gegen den "Missbrauch" weiblicher Vornamen bei Tiefdruckgebieten waren gesammelt und auf den Postweg gegeben worden. Noch vor mir hatten unsere Medien von dem Vorgang Kenntnis bekommen und mit der gebotenen Gründlichkeit ihre Recherchen aufgenommen.

Zu meinem Bedauern muss ich gestehen, dass es keine wissenschaftliche Begründung für die Taufe von Tiefdruckgebieten mit weiblichen und von Hochs mit männlichen Vornamen in der Berliner Wetterkarte gibt. Im Duden heißt es: "das Tief" und "das Hoch" bzw. "die Zyklone" und "die Antizyklone". Ihn kann folglich die Studentin Karla Schneider, später den ZDF-Zuschauern von der Wettervorhersage als Dr. Karla Wege bekannt, nicht zu Rate gezogen haben, als sie in den Fünfzigerjahren den Vorschlag machte, zur Identifizierung in der Wetterkarte für die Tiefs weibliche Vornamen und für die Hochs männliche zu benutzen. Seither gibt es zehn Listen von A bis Z, die chronologisch abgearbeitet werden. Nach einem kompletten Durchlauf wird dann wieder mit der Liste 1 begonnen. Eine willkürliche Namensnennung, z. B. weil den Meteorologen gerade ein Herr X. oder eine Frau Y. geärgert hat, ist natürlich ausgeschlossen. Wie heißt es doch in solchen Fällen: Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.

In den USA hatte man schon vor der Zeitrechnung der Berliner Wetterkarte begonnen, tropische Wirbelstürme, also Hurrikane und Taifune, mit weiblichen Vornamen zu versehen. Durch die Women-Liberation-Bewegung wurde erreicht, dass heute bei den tropischen Orkanen abwechselnd weibliche und männliche Vornamen verwendet werden. Bei uns lägen in diesem Fall die Dinge ganz einfach. Nach dem Duden ist der Hurrikan und der Taifun männlich und dieses müsste dann auch bei der Namensgebung zum Ausdruck kommen.

Weniger einfach zu lösen ist unser Namensproblem, denn wir haben ja zwei Druckgebilde zu benennen und nicht nur eins wie in den USA.

Die Fraueninitiative sieht in unserer traditionellen Praxis, Hochs männlich und Tiefs weiblich zu benennen, eine Diskriminierung der Frauen, und ihre Initiatorinnen schreiben von einer "Zweckentfremdung menschlicher Vornamen". Zur Begründung heißt es: "Bis dato werden alle Schlechtwetterperioden/-gebiete mit Frauennamen angekündigt. Frauen werden durch diese Namensgebung zu 'Täterinnen' degradiert für: miese Laune, Unwohlsein durch Wetterfühligkeit, Schäden und Zerstörung durch Wirbelstürme usw.! Den 'Herren der Schöpfung' wird dagegen die Schönwetterlage mit Sonne und sonstigem dazugehörigen Positiven reserviert!"

Hier steh' ich nun, ich kann nicht anders, als mich mit den meteorologischen Argumenten meteorologisch auseinanderzusetzen. So einfach, wie behauptet, sind nämlich die Charaktereigenschaften unserer Hochs und Tiefs wahrlich nicht. Beginnen wir beim Hoch:

Hochdruckgebiete sind ihrer Natur nach im Sommer schön sonnig, aber auch ganz schön ozonsmogverdächtig und damit - auch wegen der Hitze - für manche Menschen ganz schön problematisch. Im Herbst sind Hochs im Zentrum ganz schön neblig und auf ihrer Vorderseite bringen sie oft tagelang neblig-trübes Sprühregenwetter. Im Winter sind Hochs ganz schön kalt. Sibirien, man glaubt es kaum, verdankt seine -50 bis -70 °C seinem winterlichen Hoch; und wenn dieses sich mal ausdehnt und dann die atlantischen Tiefs von uns fernhält, geht es auch bei uns mit -20 °C und weniger ganz schnell in den Keller. Und dann noch die Winterluft bei Hochdruckwetter: Sie ist so reich an Staub, Abgasen und Schwefeldioxid, dass nur die frische Brise eines Tiefs die Lungen wieder frei atmen lässt.

Tiefdruckgebiete bringen Wolken und Regen, in ihrem Zentrum auch viele Wolken und viel Regen. Da die Tiefzentren aber meist nördlich an uns vorbeiziehen, gibt es in der Regel bei uns überwiegend (frontale) Niederschlagsbänder, die nach wenigen Stunden durch sind. Örtliche Schauer gehören auch zum Tief, aber auch die sonnigen Abschnitte dazwischen. Manchmal sind die Aufheiterungen sogar so lang, dass man sich fragt: sag mir, wo die (vorhergesagten) Schauer sind, wo sind sie geblieben? Einige, ganz wenige Tiefs bringen auch gefährlichen Sturm. Aber von meinen eigenen rund 100 Bäumen weiß ich, dass auch der in der Natur eine Funktion hat: er entrümpelt sie von ihrem morschen Geäst.

Wie kommen nun Tiefs zu ihrem "schlechten Ruf" und wieso werden die vielen unangenehmen Eigenschaften von Hochs einfach übersehen? Vielleicht ist die Antwort ganz einfach, und es liegt an den einfältigen Bezeichnungen auf den handelsüblichen Barometern, auf denen bei hohem Luftdruck "Schön" steht und bei tiefem Luftdruck "Regen". Wahrscheinlich liegen die Dinge aber doch tiefer.

Bei meiner Beschäftigung zu meinem Büchlein über die mittelalterlichen Bauernregeln wurde mir deutlich, dass unsere Vorfahren ein wesentlich anderes Verhältnis zum Wetter hatten als wir heute. Ein "freundliches" Jahr hatte für unsere Ahnen nichts mit dolce vita zu tun, sondern allein mit einer guten Ernte, wie sich leicht belegen lässt.

Eine gute Ernte wurde dann erreicht, wenn die Witterung in der Vegetationsperiode optimal war, d. h. im Einzelnen:

        -  "April trocken, macht die Saat stocken"

        -  "Mairegen bringt Segen"

        -  "Wie das Wetter im Juni soll sein: Wärme, Regen, Sonnenschein"

        -  "Septemberregen, dem Bauern Segen" ...

Allein zur Erntezeit wünschte sich der Bauer trockenes Wetter. Für ihn war gut, was für die Natur gut war. Und ganz in diesem Sinne sagt man heute in Israel: Sonnenschein ist schönes Wetter, Regen ist gutes Wetter.

Heute sehen dagegen viele Menschen das Wetter unter dem Aspekt einer Freizeitgesellschaft: Gefragt ist Sonne pur, was schert uns die Natur. Wir wollen, dass die Sonne scheint, vor allem im Urlaub. Regen stört nur. Doch schön grün sollte alles schon sein, denn wer möchte schon in der Wüste Urlaub machen, auch wenn dort von Januar bis Dezember und von morgens bis abends genau das Hochdruckgebiet wirksam ist, das die Wüste geschaffen hat und sie erhält. Wenn wir den Regen als unangenehm empfinden, dann zeigt das, dass wir die falsche Kleidung haben. Da ich täglich mit meinem Hund im Wald bin, kann ich den Slogan "Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Bekleidung" uneingeschränkt bestätigen.

Dort, wo Regen Mangelware ist, wird er geschätzt. Fehlt er, wurden bei den alten Kulturvölkern mit kultischen Tänzen die Regengötter angefleht, dem lebensbedrohenden sonnigen Wetter ein Ende zu machen; bei der katastrophalen Dürre 1990 im Mittelmeerraum waren die Kirchen erfüllt von Bittgebeten.

Regen bedeutet Leben, Regen bedeutet Fruchtbarkeit. Wo sollten wir zudem unser Trinkwasser herbekommen, wenn nicht von den im Grundwasser gespeicherten Regenüberschüssen. Selbst Überschwemmungen, wie z. B. am Nil, können gewünscht sein. Und wo sie bedrohliche Ausmaße annehmen, wie derzeit in China oder bei uns beim Oder-Hochwasser, hat der Mensch sie durch seine Eingriffe in die Flussläufe und durch die Besiedlung der Auen, also der natürlichen Auslaufgebiete des Flusses, selbst verschuldet. Auf den Lofoten-Inseln, also im direkten Einflussbereich des Islandtiefs, ist alles grün, obwohl die Sonne wenig scheint und die Temperaturen niedrig sind. Im Bereich der kontinentalen Subtropenhochs ist alles Wüste, die nur zum Leben erwacht, wenn es einmal regnet. Walt Disney hat dies in seinem Film "Die Wüste lebt" sehr anschaulich gezeigt.

Die Initiative hat mir 500 Unterschriften präsentiert. Doch nun erreichen mich zahlreiche Briefe und Anrufe, die sich kritisch mit den Zielen der Fraueninitiative auseinandersetzen und keine Diskriminierung in unserer Namenspraxis sehen. Eine Dame schreibt: "Die Wertung, die den Tiefs einen minderen Rang zuerkennt, ist städtisch. Die Landbevölkerung sieht das anders." Ausdrücklich ermuntert werde ich von vielen Frauen, ihre Vornamen in die Listen aufzunehmen, falls sie nicht schon enthalten sind.

Sie bringen zum Ausdruck, dass die Parallele von Frau - Regen - Leben - Fruchtbarkeit das Gegenteil von diskriminierend ist. Von meinen Mitarbeitern sind deutlich mehr weiblich als männlich, diskriminiert hat sich aber noch keine gefühlt durch die Frauennamen der Tiefs.

Die Verknüpfung von Frauen, Regen und erblühendem Leben ist alt, sehr alt. "Einen so heißen Sommer, wie nun vor hundert Jahren, hat es seitdem nicht wieder gegeben. Kein Grün fast war zu sehen; zahmes und wildes Getier lag verschmachtet auf den Feldern." So beginnt das Märchen "Die Regentrude" von Theodor Storm. Schuld an dieser lebensfeindlichen Witterung ist der "Feuermann", ein Kobold mit einem feuerroten Rock und einer roten Zipfelmütze. Er kann nur besiegt werden, wenn es gelingt, die schlafende Regenfrau, die Regentrude, zu wecken. Und er wird natürlich besiegt.

Nicht in unserem Institut, sondern in den Mythen und damit tief im Herzen unseres Volkes liegen die Wurzeln für den Zusammenhang von Frauen, Regen und Leben.

Was wir im Institut tun und was daraus von einigen in der Medienlandschaft gemacht wird, bitte ich sorgfältig zu trennen. Wir geben dem Kind - Pardon, dem Hoch und Tief - in unserer Wetterkarte für sein flüchtiges Leben einen Namen. Niemand ist gehalten, diesen Namen zu übernehmen, ihn zu benutzen.

Attribute werden von uns niemals mitgegeben. Wenn ich dann, wie vor einigen Tagen, in einem TV-Sender in den Hauptnachrichten höre: "das Monstertief Karoline", dann überkommt auch mich der heilige Zorn. Beschwerden bitte ich daher dort vorzubringen, wo derart Marktschreierisches gemacht wird.

Natürlich könnte man auch an andere Namen bei Tiefs und Hochs denken. Aber wollen wir wirklich die Dinge so weit treiben, dass das Tief Kaktus morgen dem Hoch Eichhörnchen folgt? Denkbar wäre auch, die Hochs männlich zu belassen und die Tiefs mit mythologischen Namen von Aphrodite und Apollo über Juno und Jupiter bis zu Zeus und Zerberus zu versehen. Aber wollen die Damen wirklich, dass ihre Vornamen in der Wetterkarte nicht mehr präsent sind? Nach den mir vorliegenden Einzelstellungnahmen in Zuschriften und Anrufen wird der Auffassung der Initiative meist lebhaft widersprochen. Wie ich hörte, haben sich bei der Ted-Umfrage eines Rundfunksenders zwei Drittel der Anrufer für die jetzige Namensgebung ausgesprochen.

Nun haben die Initiatorinnen den Senat von Berlin aufgefordert, mich zu zwingen, die ihrer Meinung nach diskriminierende "Zweckentfremdung menschlicher Vornamen" aufzugeben. Sollte ich dann auch meine liebenswerte Hündin Anja umbenennen, darf dann ein Pferd nicht mehr Max, eine Kuh nicht länger Lisa, Nachbars Katze nicht mehr Pauline und der Kanarienvogel nicht Hansi heißen? - Fragen über Fragen in einer problembeladenen Zeit.


e-mail: manfred@.met.fu-berlin.de

Zurück zu meiner Homepage