Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet BARBARA
(getauft am 11.06.2017)

 

Infolge der Verstärkung eines ausgeprägten Warmluftvorstoßes nach Norden in einer Höhe von 5,5 km, was auch als Höhenkeil bezeichnet wird, entwickelte sich im Laufe des 11. Juni 2017 im Bodenniveau ein Zwischenhochdruckgebiet, welches in der Prognose der Berliner Wetterkarte auf den Namen BARBARA getauft wurde. Bei einem Zwischenhoch handelt es sich um ein Hochdruckgebiet, welches in einer Kette aufeinanderfolgender Tiefdruckgebiete eingebettet ist. Das Hoch BARBARA bildete sich über der Bretagne durch die keilförmige Ausbeulung der Isobaren, Linien gleichen Luftdrucks, von einem unbenannten, über dem Atlantik liegenden Hochdruckgebiet.

Zum 12. Juni vereinigte sich das Hochdruckgebiet BARBARA mit dem unbenannten Hochdruckgebiet, sodass sich das Zentrum, in dem der Bodendruck ca. 1025 hPa betrug, über den Azoren befand. Im Einflussbereich der Antizyklone stieg die Temperatur in Lajes um 1,9°C vom Vortag auf 21,4°C an. In einem Hochdruckgebiet findet eine absinkende Luftbewegung statt. Das kräftige Absinken führte im Bodendruckfeld zur weiteren Verstärkung des Hochs BARBARA, sodass es weiter nach Nordosten ziehen und dadurch in den nächsten Tagen das Wetter von Europa bestimmen konnte.

In den folgenden 24 Stunden zog die Antizyklone BARBARA mit dem Zentrum weiter ostwärts und dehnte sich bis nach Ostdeutschland aus. Der Einfluss des Hochdruckgebietes BARBARA wurde dabei durch das Frontensystem des Tiefs KARL mit seinem Zentrum über Westrussland und eines unbenannten Tiefdruckwirbels über dem zentralen Nordatlantik begrenzt. Hoch BARBARA wirkte sich dadurch nur auf das Wetter von Westeuropa aus. Das Absinken von Luftmassen in einem Hochdruckgebiet führt zur Wolkenauflösung, weshalb wesentliche Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht entstehen können. In Brüssel sank die Temperatur zum Morgen bis auf 10,4°C und stieg bis 20 Uhr MEZ auf 21°C an. In Paris-Orly lag die Tiefsttemperatur bei 11,1°C und bis zum Abend wurden 24°C erreicht. Außerdem gab es im Süden Deutschlands verbreitet einen Sommertag. Im meteorologischen Sinne wird ein Tag als Sommertag bezeichnet, wenn die Tageshöchsttemperatur mindestens 25°C erreicht. Am 13. Juni wurden in Oberstdorf und Kempten 26,8°C sowie 26,1°C als Höchsttemperatur gemessen.

Bis zum Folgetag verlagerte sich die Antizyklone BARBARA weiter nach Nordosten und befand sich am 14. Juni um 01 Uhr MEZ über Nordwestdeutschland, etwa 50 km nordwestlich von Bremen. Obwohl sich im Laufe des Tages die zonale Ausdehnung des Zwischenhochs BARBARA verstärkte, änderte sich das Einflussgebiet kaum. Unter dem Hochdruckeinfluss war das Wetter in Deutschland recht freundlich. Es wurden verbreitet 13 bis 15 Stunden Sonnenscheindauer gemessen bei Höchstwerten der Temperatur über 24°C. Mit Maxima zwischen 20 und 23°C war es in Norddeutschland mäßig warm. Dank dem kühlen Ostseewasser blieb es an der Station Arkona auf Rügen noch kühler, denn dort wurden 17°C als Tageshöchsttemperatur gemessen. In der maritimen Luft stieg die Temperatur in Amsterdam um 3,7°C vom Vortrag auf 23,8°C an.

Mit der westlichen Strömung verlagerte sich das Hoch BARBARA weiter nach Osten und lag am 15. Juni um 01 Uhr MEZ mit seinem Zentrum über der tschechisch-polnischen Grenze. Das Einflussgebiet reichte von Schweden bis Serbien bzw. von der Nordsee bis zu den Karpaten. In der subtropischen warmen Luft wurde in West- und Südwestdeutschland verbreitet ein heißer Tag registriert, wobei die Tageshöchsttemperatur mindestens bei 30°C liegen muss. Die Stationen Flughafen Köln-Bonn und Trier meldeten Temperaturmaxima von 32,5 bzw. 32,3°C. In Nord- und Ostdeutschland gab es derweil verbreitet einen Sommertag. An der Station Berlin-Dahlem war der 15. Juni mit 27,5°C der fünfte Sommertag des Monats. Anhand des 30-jährigen Mittelwertes über den Zeitraum 1961-1990 gibt es im Juni durchschnittlich 8 Sommertage. In der Nähe des östlichen Rands des Hoch BARBARA sank die Temperatur in Belgrad durch die nächtliche Abkühlung unter leicht bewölktem Himmel auf 14,8°C.

Im weiteren Verlauf erfolgte durch den sich verstärkenden Einfluss des Tiefdruckgebietes LUDGER über Südnorwegen und des Wirbels MONTI über Island die weitere ostwärtige Verlagerung der Antizyklone BARBARA. Diese lag am 16. Juni um 01 Uhr MEZ mit dem Zentrum über Ostungarn. Das Einflussgebiet erstreckte sich von den Baltischen Staaten über Polen bis zum mittleren Balkangebiet, bzw. von der Slowakei bis nach Georgien. In der Nacht sank die Temperatur in Várna auf 15,4°C. Im Tagesverlauf erwärmte sich die Luft bis auf 24,8°C, was einem Unterschied von 9,4°C zwischen Tagestiefst- und -höchstwert entspricht. Diese Werte wurden im wolkenlosen bis leicht bewölkten Szeged mit einem Minimum von 10,8°C und einem Maximum von 29,0°C sogar noch übertroffen.

Aufgrund der Verstärkung der umliegenden Frontensysteme verlagerte sich das Hoch BARBARA weiter nach Osten und verließ nach 6 Tagen Lebensdauer den Darstellungsbereich der Berliner Wetterkarte, sodass es nicht weiter analysiert werden konnte.

 


Geschrieben am 14.08.2017 von Adrienn Hegedüs

Berliner Wetterkarte: 14.06.2017

Pate: Barbara Büßner