Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet BERND

(getauft am 06.01.20)

 

Aus einem Gebiet hohen Luftdrucks westlich der Iberischen Halbinsel entwickelte sich Anfang Januar 2020 ein Hochdruckgebiet, das anhand der Prognosekarte für den 07.01.20 um 13 Uhr MEZ auf den Namen BERND getauft wurde.

Am 06.01.20 um 01 Uhr MEZ lag der Kern der Antizyklone BERND über der Mitte Spaniens. Bei der Hauptstadt Madrid wurde ein maximaler Luftdruck von rund 1033 hPa gemessen. Die Iberische Halbinsel und der Norden Marokkos und Algeriens waren die Gebiete, wo sich durch die absinkende Luftbewegung mehrheitlich die Wolken aufgelöst hatten. Durch den nur schwachen Wind bildeten sich allerdings teils dichte Nebel- und Hochnebelfelder, wodurch beispielsweise in Lleida gar kein Sonnenschein registriert wurde. Bei ungestörtem Sonnenschein kamen zum Beispiel in Tanger 8,25 Stunden, in Córdoba 9,25 Stunden oder in Oviedo 7,75 Stunden zusammen. Dabei stiegen die Höchsttemperaturen auf 15,7°C in Valencia, 16,1°C in Lissabon und 17,0°C in Sevilla. Unter einem ausgedehnten Nebelfeld nordwestlich von Valladolid wurde jedoch sogar Dauerfrost verzeichnet.

Bis zum nächsten Tag verlagerte sich das Hoch BERND nur ein wenig nach Nordwesten und befand sich mit dem Zentrum über dem Nordwesten Spaniens. Bei einem Maximaldruck von etwa 1036 hPa hatte es sich im Vergleich zum Vortag leicht verstärkt. Abgesehen von der Nordküste Spaniens in der Nähe einer Warmfront beeinflusste das Hochdruckgebiet BERND den Rest der Iberischen Halbinsel und dem Südwesten Frankreichs. Wie am Tag zuvor gab es zum Beispiel in der Region um Saragossa morgendliche Nebelfelder, die sich teilweise den ganzen Tag hielten. Die längste Sonnenscheindauer betrug in 9,25 Stunden in Huelva, Sevilla und Córdoba. Bei Höchstwerten in einer kontinentalen Subtropikluft von 19,6°C in Granada, 18,7°C in Huelva und 16,9°C in Anglès lagen diese geringfügig über denen des Vortages.

Entlang der Hochdruckbrücke, die von den Azoren nach Nordosten bis zum Hoch ALMAR über den Karpaten reichte, bildete sich neben dem Hochdruckgebiet BERND I mit einem Maximaldruck von rund 1036 hPa über dem Nordwesten Spaniens ein zweite Antizyklone BERND II über dem Allgäu aus. Dort wurde um 01 Uhr MEZ am 08.01.20 ein Druck von ungefähr 1033 hPa gemessen. Vor allem über dem Norden Spaniens und Süddeutschland traten wiederholt teils zähe Nebelfelder auf, wo gebietsweise keine Minute Sonnenschein registriert wurde. In dieser „Nebelsuppe“ wurden auch nur beispielsweise in Saragossa 3,4°C oder 3,1°C in Ingolstadt als Höchstwert erreicht. Im Bereich der beiden Hochdruckgebiete BERND I und II war es gebietsweise auch sehr sonnig mit bis zu 7,5 Sonnenstunden in München und Genf oder knapp 9 Sonnenstunden in Alicante. Die Höchstwerte lagen im Einflussbereich der Antizyklone BERND I bei 20,0°C in Huelva, 17,0°C in Anglès bei Girona und 16,5°C in Llerena. Im Bereich des Hochs BERND II waren es 8,9°C in St. Gallen, 9,7°C in Vaduz und 9,6°C im schweizerischen Schüpfheim.

Westlich des Hochs ALMAR lag die Antizyklone BERND am 09.01.20 um 01 Uhr MEZ mit dem Kern über dem östlichen Alpenraum. Bei einem Kerndruck von etwas über 1031 hPa erstreckte sich der Einflussbereich des Hochdruckgebietes von der Alpenregion im Norden bis nach Italien im Süden. Dabei gab es vor allem in Teilen Italiens wegen des schwachen Windes teils zähe Nebel- und Dunstfelder, wodurch die Sonnenscheindauer in Florenz, Bologna und Bari gegen Null tendierte. Ansonsten schien die Sonne zum Beispiel bis zu 6,3 Stunden in Bozen oder 8 Stunden in Cervia bei Cesena. Die Höchsttemperaturen im Bereich des Hochs BERND betrugen beispielsweise 13,8°C in Neapel, 11,5°C in Bergamo und 13,6°C in Genua.

Bis zum nächsten Tag verlagerte sich das Hochdruckgebiet BERND in Richtung Süden und befand sich mit dem Zentrum über Rom, wo rund 1028 hPa gemessen wurde. Ganz Italien lag im Einflussbereich dieser Antizyklone und wie am Vortag trübten Nebelfelder den Sonnenschein und es konnte nur an manchen italienischen Wetterstationen solcher gemessen werden. Zum Beispiel waren es in Messina etwas mehr als 5 Stunden, in Piacenza und Turin 7,5 Stunden. Wie am Tag zuvor lagen die Höchstwerte bei 17,0°C in Latina, 14,0°C in Florenz und 16,1°C in Cagliari.

Einen Tag später, am 11.01.20 um 01 Uhr MEZ lag der Kern über dem Balkan zwischen Belgrad und Sofia bei einem unveränderten Maximaldruck. Das südliche Italien sowie weite Teile der Adria und nordostwärts davon bis nach Ungarn waren Gebiete, wo nach anfänglichen Nebelfeldern die Sonne schien. Gebietsweise blieb es den ganzen Tag über trüb und fast ohne Sonne, wie im süditalienischen Matera, im serbischen Leskovac in der Nähe einer kleinen Warmfront oder lediglich 0,1 Sonnenstunden in Tetovo bei Skopje. Andererseits wurden aber auch zum Beispiel bis zu 6 Sonnenstunden in Livno und 7,5 Sonnenstunden in Amendola in Apulien erreicht. Die Höchsttemperaturen betrugen 4,7°C in Karlovac im Nebel, 14,4°C in Mostar im Binnenland und an der leicht wärmenden Adria waren es beispielsweise 16,2°C in Dubrovnik.

Da das Hochdruckgebiet ALMAR über der Türkei verharrte und sich die Antizyklone CHRISTIAN immer weiter nach Osten verlagerte, löste sich das Hoch BERND dazwischen bis zum nächsten Tag auf.