Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet BRIGITTA

(getauft am 14.01.2017)

 

Am 14.01.2017 wurde ein Hochdruckgebiet in der Prognose für den Folgetag auf den Namen BRIGITTA getauft, welches sich als Zwischenhoch über Nordwesteuropa ausbilden und in den Mittagsstunden bereits über Südnorwegen und Teilen der Nordsee befinden sollte.

Zu Beginn des 15.01.2017 befand sich die Antizyklone BRIGITTA in der tags zuvor vorhergesagten Region, der Kerndruck belief sich auf etwas über 1015 hPa und erstreckte sich von Schottland bis Norwegen im Norden und bis nach Deutschland im Süden. Oslo bescherte dies einen freundlichen Wintertag, wolkenlosen Himmel, sowohl nachts als auch tagsüber. Die Tiefstwerte lagen nachts um -8,8°C, während am Tage mit Sonneneinstrahlung Werte von -0,6°C erreicht wurden.

Bis zum 16.01.2017 dehnte sich das Zentrumsgebiet des Hochs BRIGITTA aus, wobei es sich auf über 1025 hPa verstärkte und nun über weite Teile der Nordsee, Dänemark und den Südwesten Norwegens reichte. Auf Sylt brachte dies wie tags zuvor in Oslo wolkenlosen Himmel, was eine Höchsttemperatur von +3,0°C und eine Gesamtsonnenscheindauer von 6,7 Stunden ermöglichte. Nachts sorgte der Hochdruckeinfluss für sternklaren Himmel, Sichtweiten von bis zu 70 km und einen Rückgang in den Temperaturwerten auf -2,5°C.

Sich weiter ausdehnend und auf über 1030 hPa verstärkend, vereinigte sich das Hoch BRIGITTA am Folgetag mit einem von den Azoren heranziehenden, ungetauften Hochdruckgebiet und erstreckte sich im Norden über Südskandinavien, im Osten über Polen und Tschechien bis zu den Alpen, welche die Südgrenze der Ausdehnung markierten. Der westliche Teil des Hochdrucksystems BRIGITTA wurde durch eine von Nord nach Süd verlaufende Front vom ursprünglichen Zentrum des Hochs getrennt. Diese erstreckte sich über den östlichen Nordatlantik und die Britischen Inseln. Auf Sylt stellte sich nun den ganzen Tag andauernder Hochnebel ein, durch den sich die Ausstrahlung drastisch reduzierte. Dadurch stieg die nächtliche Tiefsttemperatur an, wobei in den Morgenstunden des Folgetages minimal +2,8°C gemessen wurden, wohingegen in der vorangegangenen Naht noch -1,2°C verzeichnet werden konnten. In München gingen mit Einzug des Hochs BRIGITTA die anhaltenden Schneefälle der Vortage zunächst zurück und setzten dann vollständig aus. Bis zum Morgen des 17.01.2017 waren noch 1,4 l/m² Wasseräquivalent, d.h. die Menge Wasser, die der gefallene Schnee in geschmolzener Form annimmt, gefallen. Im Laufe des Tages fielen noch weitere 0,1 l/m², ehe sich am Abend die letzten Wolken vollständig aufgelöst hatten und so die Tiefsttemperatur auf -8,4°C sank.

Bis zum 18.01.2017 hatte sich das Hochdruckgebiet BRIGITTA über Zentraleuropa verlagert und erstreckte sich von den Britischen Inseln bis nach Moskau. Die zwei analysierten Zentren befanden sich dabei einerseits über der norddeutschen Tiefebene und den Niederlanden sowie andererseits über Ostpolen, der Ukraine und Weißrussland. Beide Zentren wiesen einen Druck von etwa 1040 hPa auf. In Berlin-Dahlem führte der Hochdruckeinfluss über weite Teile des Tages zu Nebel oder feuchten Dunst mit leichten Schneefällen in den Nachtstunden, der aber nicht ergiebig war und nicht messbare Mengen von weniger als 0,1 l/m² innerhalb von 24 Stunden ergab. Auch in Warschau begann der Tag mit Nebel oder feuchten Dunst, welcher sich im Tagesverlauf zu einer geschlossenen Wolkendecke verdichtete und aus der gelegentliche Schneeschauer mit kaum erfassbaren Niederschlagsmengen auftraten.

Sich kaum verlagernd hatten sich am 19.01.2017 die zwei Zentren vereint, wobei das Hochdruckzentrum weiterhin einen Luftdruck von über 1040 hPa aufwies und sich von Berlin im Westen bis nach Kiew im Osten sowie im Süden bis zu den südöstlichen Karpaten erstreckte. In Berlin wurde weiterhin ganztägig ein bedeckter Himmel beobachtet. Die so verminderte Ausstrahlung, wobei die Wolken isolierend wirkten, sorgte für einen Anstieg der Tagestiefsttemperatur innerhalb von 3 Tagen vom 18.01.2017 bis zum 07 Uhr MEZ-Termin des 20.01.2017 von -7,2°C auf -2,1°C. In der Nacht zum 20.01.2017 wurde zudem gefrierender Sprühregen beobachtet, der in der Summe aber erneut nicht erfassbare Mengen ergab.

Bis zum 20.01.2017 hatte sich die Lage des Hochdruckgebietes BRIGITTA nur wenig verändert. Während sich der Bereich des Zentrums auf eine Region zwischen Prag und Wien verkleinerte, beeinflusste das Hochdruckgebiet nun aber wieder ein Areal von den Britischen Inseln bis zum Schwarzen Meer. In Wien wurden dabei ganztägig feuchter Dunst und Dunstschwaden beobachtet, wobei durchgehend unter 50% des Himmels von Wolken bedeckt waren.

Sich südostwärts verlagernd hatte die Antizyklone BRIGITTA bis zum 21.01.2017 mit ihrem Zentrum den Balkan erreicht und dehnte sich dabei von Prag im Nordwesten bis nach Sofia im Süden aus. Der Zentrumsdruck war wieder leicht gesunken und betrug etwa 1035 hPa. Bei wechselnder Bewölkung stiegen die Tageshöchsttemperaturen in Prag von -5,3 auf -2,8°C an. Dieser Anstieg wurde bei den Tagestiefsttemperaturen spürbar deutlicher, denn diese stiegen von -15°C auf
-11,8°C. In Sofia konnte hingegen gegenteiliges beobachtet werden. Die Tagestiefsttemperaturen sanken hier von -6,6°C auf -11,5°C, da über weite Strecken des Tages und der Nacht keinerlei Wolken beobachtet werden konnten.

Relativ stationär verblieb das Zentrum des Hochs BRIGITTA über Südost- bzw. Osteuropa und befand sich am 22.01.2017 über den Nordkarpaten. Der Einflussbereich erstreckte sich von Norddeutschland bis zur Türkei. In Hamburg wurden dabei eine zunehmend dichter werdende Bewölkung und abermals feuchter Dunst gemeldet, wobei es aber meist trocken blieb. Bei schwachen Winden aus Süd bis Südost stiegen die Tagestiefsttemperaturen weiterhin leicht an und erreichten +1°C am 23.01.2017 um 07 Uhr MEZ, während am 20.01.2017 noch Minima unterhalb des Gefrierpunktes vorherrschten. Demgegenüber zeigte sich Hoch BRIGITTA in Ankara deutlich freundlicher mit aufgelockerter, zum Teil auch gänzlich fehlender Bewölkung. Dadurch traten aber deutliche Temperaturrückgänge auf. Die Temperaturen sanken bei Tagestiefstwerten von +0,3°C am 20.01.2017 auf -3,6°C in den Morgenstunden des 23.01.2017.

Dies ging mit einer weiteren Verlagerung und der abermaligen Ausbildung eines zweiten Zentrums einher. Diese zwei Zentren befanden sich bei unveränderten Druckverhältnissen am 23.01.2017 zum einen über Bukarest und zum anderen nordöstlich von Ankara. Das von Hoch BRIGITTA beeinflusste Gebiet erstreckte sich dabei im Nordosten von den österreichischen Alpen bis nach Kiew, im Südwesten bis nach Griechenland und im Osten bis zum Kaukasus. Wie schon zuvor in Sofia stellte sich in Ankara zunächst eine Auflösung der Bewölkung ein. Aufgrund der damit einhergehenden verstärkten Sonneneinstrahlung stieg die Anzahl der Sonnenstunden von 1,9 am Vortag auf 5,7 Stunden an. Trotz dessen sank der Tageshöchstwert von 1,8°C auf 1,3°C herab, am 21.01.2017 konnten gar noch 4,0°C registriert werden.

Der Druck im Zentrum des Hochs BRIGITTA sank bis zum 24.01.2017 abermals und fiel nun unter 1030 hPa. Der Einflussbereich erstreckte sich dabei vom Westen der Türkei in östlicher Richtung und verließ damit den Kartenbereich über den Kaukasus. Die Tiefsttemperaturen sanken auf frostige -7,1°C in den Morgenstunden des 24.01.2017. Im Verlauf traten sogar leichte Schneefälle auf, die am Morgen des 25.01.2017 in der Innenstadt von Ankara noch für 2 cm Neuschnee sorgten.

Sich weiter ostwärts verlagernd verließ das Hoch BRIGITTA im Laufe des Tages schließlich den Analysebereich der Berliner Wetterkarte und konnte somit nicht weiter auf dieser verzeichnet werden.

 

 

Geschrieben am 23.03.2017 von Patrick Ilmer

Berliner Wetterkarte: 18.01.2017

Pate: Brigitta Stein