Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet  ERICH

(getauft am 18.09.2008)

 

Am 18. September 2008 wurde das sich über Großbritannien und Irland neu bildende Hochdruckgebiet auf den Namen ERICH getauft. Zu dieser Zeit erstreckte sich eine über mehrere Tausend Kilometer lange Hochdruckzone vom Atlantik über die Britischen Inseln und Nord- und Mitteleuropa bis nach Russland. Während sich über dem nördlichen Russland das Hochdruckgebiet DIETER befand, bei dem ein Zentrum mit circa 1030 hPa auszumachen war, betrug der Kerndruck weiter westlich rund 1020 hPa. Dabei war zunächst kein deutliches Zentrum des Hochdruckgebietes ERICH über den Britischen Inseln zu erkennen. Dieses sollte sich erst am Folgetag mit einem Kerndruck von ungefähr 1025 hPa südwestlich von Großbritannien und Irland ausbilden. Bis zum Mittag verlagerte sich der Schwerpunkt des Hochdruckgebietes ERICH weiter nach Osten zur Nordsee. Wie man auf der Bodenwetterkarte von Mitteleuropa auf der Vorderseite der Berliner Wetterkarte vom 19. September erkennen kann, gab es zwei Zentren, in denen jeweils ein Kerndruck von circa 1029 hPa gemessen wurde. Das westliche Teilhoch lag an der englischen Ostküste, wohingegen sich das Östliche an der nördlichen Schleswig-Holsteinischen Nordseeküste befand. Durch die vorherrschende nordöstliche bis nördliche Strömung wurden relativ feuchte Luftmassen nach Norddeutschland advehiert, was zur vermehrten Wolkenbildung führte, aus denen allerdings kaum Niederschlag fiel. Zusätzlich rundeten die kühlen Temperaturen das herbstliche Wettergeschehen in weiten Teilen Deutschlands ab. So erreichte beispielsweise die Wetterstation in Berlin-Dahlem nur eine Höchsttemperatur von 13,9°C.

Am 20. September war die 1030 hPa -Isobare des Hochdruckgebietes ERICH über dem südlichsten Irland, weiten Teilen Englands, den Niederlanden, Teilen von Dänemark und Norddeutschland zu erkennen. Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit gab es vor allem in Küstennähe ausgedehnte Dunst-, Nebel- und Hochnebelfelder, die sich teilweise nur sehr zögerlich auflösten. Nach dessen Auflösung herrschte im Bereich des Zentrums der Antizyklone über den Niederlanden wechselnde, zum Teil nur leichte Bewölkung mit sonnigen Abschnitten vor.

Am 21. September war das Hochdruckgebiet ERICH mit einem Kerndruck von 1030 hPa über Nord- und Mitteleuropa zum letzten Mal als eigenes Druckgebilde auf der Berliner Wetterkarte zu erkennen, bevor es sich durch zunehmenden Tiefdruckeinfluss von Osten komplett auflöste.


Geschrieben am 09.10.2008 von Heiko Wiese

Wetterkarte: 19.09.2008

Pate: Erich Heinser