Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet GERI

(getauft am 24.02.2017)

 

Im Laufe des 24.02.17 dehnte sich ein Ableger des Azorenhochs südlich des zentralatlantischen Tiefs UDO von der Biskaya bis nach Ostpolen und Ungarn aus. Dieses Hoch wurde folgend in der Prognose für den Folgetag auf den Namen GERI getauft.

Auf der Berliner Wetterkarte am 25.02.17 befand sich das Zentrum des Hochs GERI um 01 Uhr MEZ über den Südvogesen mit einem Druck von rund 1024 hPa. Die Antizyklone wurde begrenzt von den Ausläufern der Zyklone UDO im Nordwesten und einem Tief über Korsika südöstlich des Hochs. In Richtung Nordosten reichte das Hochdruckgebiet von Südskandinavien bis zum Baltikum. Im Südwesten erstreckte es sich bis über die mittleren Landesteile Spaniens. Nur an den Ausläufern der Warmfront des Tiefs UDO trübten Wolkenfelder dem Hochdruckeinfluss einhergehenden Sonnenschein. Im Nordwesten Frankreichs reichte die Spanne der Sonnenscheindauer von nur 36 Minuten in Brest bis auf 6,5 Stunden in Deauville bei Le Havre. Am Längsten schien die Sonne im Einflussbereich des Hochs GERI in Spanien. Knapp 11 Stunden betrug die Sonnenscheindauer in Burgos, Saragossa, Segovia oder in Ciudad Real. Die Höchsttemperatur wies dabei eine Zweiteilung auf. In einer maritimen Subpolarluftmasse nördlich der Pyrenäen stiegen die Temperaturen auf Werte zwischen etwa 10°C in Dijon oder St. Etienne und 15,6°C in Biscarosse an der Biskaya. Im Bereich der Subtropikluft in Spanien betrug die höchste Temperatur bis zu 22,9°C, wie in Miranda de Ebro bei Bilbao am südwestlichen Rand des Baskenlandes.

Am darauf folgenden Tag lag Hochdruckgebiet GERI bereits mit dem Zentrum über Rumänien und hatte sich mit einem Druck im Kern von rund 1028 hPa leicht verstärkt. Den größten Einfluss hatte das Hoch vom Alpenraum bis zum Schwarzen Meer, sowie vom südlichen Balkan bis nach Polen, Weißrussland und der Ukraine. Als Störfaktoren fungierten die Ausläufer der Kaltfront der Zyklone THOMAS über dem südlichen Schwarzen Meer und eine schwache Warmfront über dem Südbalkan. Im 12-stündigen Zeitraum bis 07 Uhr MEZ fielen in Bartin 5 l/m² Niederschlag oder 6 l/m² in Inebolu. Beide Stationen befinden sich am Schwarzen Meer. Weiter westlich regnete es im gleichen Zeitraum in Nordgriechenland in Serrai 3 l/m² und am Flughafen von Kastoria 5 l/m². Der meiste Sonnenschein wurde in Südungarn und in Rumänien registriert. So schien die Sonne in Pecs, Szeged oder in Arad 10 Stunden lang. Weiter nach Norden wurden aufgrund des zunehmenden Einflusses der Tiefs THOMAS und UDO II die Sonnenanteile geringer. An der Station Mariyna Gorka wurden nur noch 1,2 Sonnenstunden registriert. Durch eine nordwestliche Strömung in der Höhe wurde in diesen Gebieten Subpolarluft, in die Ukraine sogar maritime Arktikluft herangeführt, wodurch die Temperaturen zum Beispiel in Kiew oder Dnipropetrowsk auf lediglich 2,3°C bzw. 2,6°C anstiegen, wohingegen in Budapest oder Sofia 8°C erreicht wurden. An der Adriaküste erwärmte sich die Luft auf bis zu 15,1°C in Sibenik und 19°C in Bar.

Bis zum 27.02.17 um 01 Uhr MEZ war das Hochdruckgebiet GERI weiter nach Osten gezogen. Zu dieser Zeit befand sich das Zentrum rund 200 km nördlich des Kaukasus bei einem stabilen Kerndruck von etwa 1028 hPa. Im Süden wurde die Antizyklone von einer Warmfront über der Nordtürkei und Griechenland begrenzt. Zwischen den Tiefdruckgebieten THOMAS und UDO II reichte der Einfluss im Norden bis ungefähr 1000 km südwestlich des Urals. Der westliche Rand des Einflussbereiches lag über der Südostukraine. Vor allem am Kaukasus sorgte der hohe Druck mit der daraus resultierenden Abwärtsbewegung der Luft für den meisten Sonnenschein. In Wladikawkas kam es zu 9,3 Stunden und in Machatschkala gar 10,2 Sonnenstunden bei einer Höchsttemperatur von 7°C bzw. 11°C. Nordwestlich des Zentrums stieg die Temperatur in einer maritimen Subpolarluftmasse in Charkiw auf nur 2,6°C, wo knapp eine Stunde lang die Sonne schien oder in Mariupol auf 4,1°C. Dort machten sich schon die Fronten des Tiefs UDO II bemerkbar.

Am Folgetag befand sich das Hoch GERI über der Ostküste des Schwarzen Meeres mit einem Druck von circa 1025 hPa und hatte sich somit leicht nach Süden verlagert. Westlich des Zentrums beeinflusste Antizyklone GERI das Wetter im nördlichen Vorland des Kaukasus, der Krim, dem europäisch-asiatischen Hochgebirge und dem östlichen Schwarzen Meer bis in die Nordosttürkei. Der östliche Teil des Hochs konnte nicht mehr erfasst werden, da er außerhalb des von der Berliner Wetterkarte erfassten Gebietes lag. In Budjonnowsk beispielsweise betrug die Sonnenscheindauer 6,9 Stunden oder in Armawir 7,7 Stunden. Beide Stationen befinden sich nördlich des Kaukasus. Im Bereich des Zentrums wurde die 10-Stunden-Marke geknackt, so in Tuapse mit 10,8 Stunden Sonne. Im Nordosten der Türkei wurden teilweise etwa 9 Sonnenstunden ermittelt, so zum Beispiel in Rize oder in Artvin. Die Tageshöchstwerte lagen im Bereich des Hochs zwischen 7,9°C in Ordu an der türkischen Schwarzmeerküste und 20°C in Kutaissi im Westen Georgiens.

Östlich des Tiefs UDO zog das Hochdruckgebiet GERI bis zum 01.03.17 nach Norden. Mit einem Druck von rund 1027 hPa im Zentrum, das sich zwischen Wolgograd und dem Ural befand, hatte es sich leicht verstärkt. Den größten Einfluss hatte die Antizyklone westlich des Urals zwischen Perm, der Krim und dem äußeren Nordosten der Türkei. Viel Sonnenschein herrschte im nördlichen Kaukasusvorland von 6,4 Stunden in Derbent bis 9,5 Stunden in Wladikawkas. Durch die Nähe der Ausläufer des Tiefs UDO war der Himmel westlich des Kerns teils komplett mit Wolken verhangen. So schien die Sonne in Orel südlich von Moskau überhaupt nicht. Die Temperaturen unterlagen einem gewissen Nord-Süd-Gefälle. Während es am Ural Dauerfrost gab, stieg die Temperatur in Adler bei Sotschi auf 15°C.

Bis zum 02.03.17 um 01 Uhr MEZ verlagerte sich das Hoch nur geringfügig Richtung Ural und wies im Vergleich zum Vortag mit ungefähr 1034 hPa einen höheren Druck im Zentrum, das sich über dem südlichen Ural befand, auf. Westlich des Zentrums erstreckte sich das Hochdruckgebiet GERI bis zur Ukraine und dem Kaukasus. Dieses kräftige Hoch sorgte dafür, dass dort neben ein paar Wolken der Sonnenschein überwog. Nur in der Nähe der Feuchtefelder an Warmfronten, die über Nordwestrussland lagen, bildete sich Nebel. In Uchta kamen deshalb nur 5,6 Sonnenstunden zusammen. Da, wo der Tag nebelfrei blieb, schien 9 bis 10 Stunden lang die Sonne, wie beispielsweise in Nischni Nowgorod oder in Gigant bei Rostow. In einer vorherrschenden erwärmten kontinentalen Subpolarluftmasse erreichten die Temperaturen in Samara 1°C, in Perm -1,6°C und in Kasan -0,6°C.

Bis zum folgenden Tag verlagerte sich Hoch GERI nach Norden, sodass es über Sibirien lag. Es war nun schon so weißt östlich, dass es sich nicht mehr im Bereich der Berliner Wetterkarte befand, wodurch es somit auf dieser nicht mehr namentlich verzeichnet wurde.

 


Geschrieben am 21.04.2017 von Matthias Janke

Berliner Wetterkarte: 25.02.2017

Pate: Geri Ferber