Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet  KATJA

(getauft am 14.09.2005)

 

 

Das Hochdruckgebiet KATJA erhielt am 14.09.2005 die Namenstaufe weit draußen auf dem Atlantik, als sich zwischen zwei Tiefdruckgebieten ein Hochkeil aufbaute. KATJA konnte zu diesem Zeitpunkt mit einem Kerndruck von knapp 1027 hPa im östlichen Labradorbecken eine abgeschlossene Hochdruckzelle bilden.

Bis zum 16.09.2005 bewegte sich KATJA weiter progressiv, was bedeutet, dass sich ihr Kern fortwährend nach Osten verlagerte. Sie wies an diesem Datum mit 1035 hPa ihren höchsten Kerndruck auf. In Deutschland waren nach dem Abzug des Tiefs TAKASHI erste Einflüsse KATJA’s von Westen her zu spüren, was sich beispielsweise in Schleswig-Holstein mit knapp 9 Stunden Sonnenschein äußerte. Die zuvor herangeführte Polarluft konnte allerdings unter nächtlicher Ausstrahlung sehr stark abkühlen und führte teilweise zu Bodenfrost. Selbst die Lufttemperatur sank in Itzehoe auf 0,5°C. Währenddessen blieb es an den Küsten deutlich wärmer, das warme Ostseewasser aber sorgte dabei in der höhenkalten Luft für Schauer und Gewitter. So fielen am Kap Arkona bei einem Minimum von 8°C knapp 8 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Am 18.09. verstärkte sich der Einfluss KATJA’s auf unseren Raum weiter. Sie bildete bereits eine Art Hochdruckbrücke zwischen den Azoren und Moskau, ihr Zentrum bewegte sich dabei über die Bretagne. Die vorangegangene Nacht wurde in Deutschland empfindlich kalt. Der Himmel war vielerorts klar und bei schwachem Wind konnte in Fassberg in der Lüneburger Heide ein Minimum von -2,4°C gemessen werden. Am Boden war es mit -4°C noch ein Stück kälter. Die Polarluft erreichte nun auch den Süden Deutschlands und so konnte am Morgen des 18.09. auf dem Wendelstein (1832 m) nach einem nächtlichen Minimum von -1,5°C eine Schneedecke von 8 cm bestaunt werden. Tagsüber erreichten die Werte in Deutschland recht einheitlich 16°C bis 18°C, durch den Sonnenschein von rund 11 Stunden konnte sich die über uns lagernde und sich kaum bewegende Luftmasse langsam erwärmen. Die Ausnahmen bildeten der äußerste Nordwesten und der äußerste Süden Deutschlands. Ersterer bekam es mit einer Front des Tiefs VITALI zu tun, zweiterer kämpfte mit zum Teil sehr zähem Nebel.

Bereits am 19.09.2005 erreichte KATJA’s Zentrum Weißrussland und sie bildete nun zusammen mit LILO über der Bretagne weiterhin eine stabile Hochdruckbrücke quer über Mitteleuropa. So setzte sich das nachts kalte, klare, aber oftmals windstille und tagsüber sonnige und angenehm milde Wetter weiter fort. Die Ausnahme bildeten weiterhin der äußerste Norden und Süden Deutschlands mit den selben Symptomen wie am Vortag.

Im weiteren Verlauf änderte sich nur wenig an unserem spätsommerlichen Wetter, außer dass sich die Temperaturen nach und nach weiter nach oben bewegten und auch des öfteren die 20°C-Marke fiel. Die Hochdruckbrücke LILO-KATJA bewegte ich insgesamt ostwärts und am 22.09. war von ihr nur noch das Hoch LILO übrig, das den Fortbestand des sehr freundlichen Witterungsabschnitts sicherte.


Geschrieben am ? von Gregor Neubarth

Wetterkarte: 18.09.2005

Pate: anonym