Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet  KERSTIN

(getauft am 26.03.2005)

 

 

Über die Osterfeiertage konnte sich auf dem Nordostatlantik eine kräftige südwestliche Höhenströmung etablieren. Mit dieser gelangten Luftmassen subtropischen Ursprungs in ungewöhnlich hohe Breiten. In diesem Zusammenhang stieg der Bodenluftdruck an und es entwickelte sich am Karfreitag im skandinavischen Raum ein zusammenhängendes Gebiet hohen Luftdrucks, welches am Ostersamstag in der Berliner Wetterkarte auf den Namen KERSTIN getauft wurde.

Ein wahres Zentrum von KERSTIN war jedoch erst am Ostersonntag mit ca. 1024 hPa über Lappland auszumachen. Für Deutschland bedeutete dies nordöstliche Winde, mit denen Luftmassen polaren Ursprungs einfließen konnten. Durch den direkten Weg über die Ostsee konnten sich die Luftmassen mit Feuchtigkeit anreichern, so dass verbreitet Nebelbildung, vor allem in Norddeutschland, als unmittelbare Folge von Hoch KERSTIN zu beobachten war.

Am 28.3. wurde durch die zunehmend auf Nordwest drehende Höhenströmung das Zentrum von Hoch KERSTIN sukzessive Richtung Süd/Südosten verschoben, ohne dass sich der Bodendruck groß änderte. Dafür wehte der Wind direkt von Osten her nach Deutschland. Dadurch wurde die einst feuchte Grundschicht schnell durch die einfließenden trockenen Luftmassen „ausgetrocknet“. Als unmittelbare Folge bedeutete dies am Ostermontag zunächst für den Nordosten der Republik einen sehr sonnigen Tag.

Am Folgetag näherte sich vom Atlantik her das Tiefdruckgebiet MENNO von Südwesten her Deutschland. Doch durch den Einfluss von Hoch KERSTIN konnte Tief MENNO nur unwesentlich vorankommen und blieb mit seinem Zentrum schließlich über den Beneluxstaaten liegen. Somit blieb weiterhin Nordostdeutschland unter dem direkten Einfluss der Ostwinde von Hoch KERSTIN, die die relative Luftfeuchte in den Mittagsstunden verbreitet auf unter 20% fallen ließen.

Am 31.3. wurde KERSTIN dann letztmalig als eigenständiges Hochdruckgebiet mit einem Kerndruck von über 1030 hPa über Litauen liegend auf der Berliner Wetterkarte analysiert. Das nachfolgende stärkere Hoch LEIA hatte KERSTIN in seine Zirkulation mit einbezogen.

 


Geschrieben am 14.04.2005 von Marcus Boljahn
Wetterkarte: 28.03.2005   

Pate: Kerstin Sur