Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet LISA

(getauft am 10.08.2017)

 

Aus einem starken Azorenhoch bildete sich in der Nacht zum 10.08.2017 über Nordwestspanien ein Hochdruckableger aus, der in der Prognose für den Folgetag auf den Namen LISA getauft wurde. Dabei wurden in La Coruña und in Bordeaux bei einem freundlichen Mix aus Sonne und Wolken maximal 22°C erreicht.

Bis zum 11.08.2017 verblieb Hoch LISA stationär über dem Baskenland. Der Einflussbereich der Antizyklone umfasste den Golf von Biskaya und das westliche Mittelmeer bis zur nordafrikanischen Küste. Im Norden reichte der Einfluss auch bis über die Bretagne. Der Luftdruck stieg dabei in Bilbao auf 1027 hPa. Unter Einfluss von Hoch LISA stieg die Temperatur bei reichlich Sonnenschein in Bordeaux auf maximal 23°C.

Auch am Folgetag, dem 12.08.2017 blieb das Hochdruckgebiet LISA weitgehend stationär mit Zentrum über dem Golf von Biskaya. Der Einflussbereich der Antizyklone verkleinerte sich dabei etwas und umfasste den Golf von Biskaya, das Baskenland bis nach Katalonien und die Balearen. Der Kerndruck hatte sich leicht auf etwas über 1025 hPa abgeschwächt. Jedoch machte sich langsam das Absinken der Luft bemerkbar, so wurde in Bordeaux mit maximal 26°C ein Sommertag registriert, für welchen nach meteorologischer Definition eine Tageshöchsttemperatur von mindestens 25°C nötig ist.

In den folgenden 24 Stunden verlagerte sich Hoch LISA weiter nach Nordosten und wurde am 13.08.2017 mit einem Kerndruck von 1021 hPa über dem Osten Bayerns analysiert. Der Einflussbereich des Hochdruckgebietes LISA umfasste Bayern, die westlichen Alpen und reichte nach Süden bis über Sardinien und Korsika. Dabei schien die Sonne in München bei maximal 23°C 6 Stunden lang. Am Fuße des Schwarzwaldes wurde in Freiburg bei 8 Sonnenstunden und maximal 25°C ein Sommertag verzeichnet.

Nachfolgend zog Hoch LISA unter Verstärkung weiter nach Nordosten und befand sich am Morgen des 14.08.2017 mit einem Kerndruck von 1026 hPa über der Ostsee. Der Einfluss des Hochdruckgebietes war in einem großen Teil Mitteleuropas zu spüren und reichte im Norden von Zentralskandinavien auf der Höhe Stockholms bis nach Mittelitalien im Süden. Im Westen reichte der Einfluss bis nach Irland in den Großraum Dublin, im Südwesten bis nach Valencia, im Osten bis nach Weißrussland und im Südosten bis nach Belgrad. In Deutschland gab es in weiten Teilen Niedersachsen eine sternenklare Nacht, sodass die Temperatur deutlich zurückging. So wurde z.B. in Oldenburg ein Minimum von 6°C gemessen. Am Tage schien in Deutschland die Sonne verbreitet mehr als 10 Stunden lang, z.B. in München und Kiel mit 13 Stunden oder in Stuttgart und Bremen mit je 12 Stunden. Berlin meldete 10 Sonnenstunden bei maximal 24°C. Am längsten schien die Sonne in Rostock-Warnemünde mit 14 Stunden und einer Höchsttemperatur von 20°C. In Bayern stieg die Temperatur bei verbreitet 13 Sonnenstunden auf sommerliche Werte. So wurden in Weiden 25°C, in Augsburg 26°C und in Regensburg 27°C erreicht. Wärmer war es nur im Oberrheingraben, so meldete Mannheim 28°C und in Karlsruhe wurde mit maximal 29°C ein Heißer Tag von mindestens 30°C knapp verfehlt.

In den nachfolgenden 24 Stunden verlagerte sich das Hochdruckgebiet LISA weiter nach Osten und befand sich am 15.08.2017 mit unverändertem Kerndruck über dem Baltikum. Der Einflussbereich der Antizyklone LISA umfasste an diesem Tag einen Bereich vom Osten Deutschlands bis zum Großraum Moskau sowie von den Alpen und Mittelitalien bis nach Lappland im Norden. Durch die vorherrschende subtropische Luftmasse wurde verbreitet eine milde Nacht beobachtet, wie z.B. in Bremerhaven mit einer Tiefsttemperatur von 18°C oder auch in Cottbus, wo ein Minimum von 19°C registriert wurde. In Deutschland blieb das Wetter unter Einfluss des Hochs LISA vor allem im Osten und Süden sonnig und trocken. Im Westen der Bundesrepublik machten sich schon am Vormittag die Ausläufer von Tief JÜRGEN bemerkbar, sodass dort der Sonnenschein deutlich reduziert wurde. Am Tage stiegen die Höchstwerte in der warmen Luft verbreitet nochmals auf sommerliche Werte, eine Ausnahme bildeten die direkten Küstengebiete von Nord- und Ostsee. So stieg die Temperatur in Essen bei 3 Stunden Sonnenschein unter Einfluss von Tief JÜRGEN auf 25°C, während in Hannover bei 8 Sonnenstunden maximal 27°C gemessen wurden. Berlin meldete bei 12 Stunden Sonnenschein eine Höchsttemperatur von 28°C. Vereinzelt wurde auch ein Heißer Tag mit mehr als 30°C beobachtet, so z.B. in Nürnberg, Freiburg und Konstanz mit jeweils 31°C. Die Sonne schien dazu vor allem in Ostdeutschland verbreitet 11 bis 13 Stunden, so z.B. 13 Stunden in Görlitz, 12 Stunden auf Usedom und 11 Stunden in Lutherstadt Wittenberg. Auch in Bayern gab es nochmals reichlich Sonnenschein mit bis zu 13 Stunden in Passau, bzw. 12 Stunden in München.

In der Folge setzte Hoch LISA seine Verlagerung nach Osten fort und befand sich am 16.08.2017 mit einem Kerndruck von 1030 hPa über dem Westen Russlands. Der Hochdruckbereich erstreckte sich vom Westen des Baltikums bis über den Raum Budapest und im Osten bis über den Ural. Nach Süden hin reichte der Einflussbereich von Hoch LISA bis zum Schwarzen Meer und im Norden bis zum Weißen Meer bei Archangelsk. Im Bereich des Hochdruckgebietes LISA herrschten windschwache Verhältnisse, wobei die Temperatur deutlich zurückging. So meldete Moskau um 01 MEZ eine Temperatur von 8°C bei sternenklarem Himmel. Am Tag wurde dann mit maximal 25°C ein Sommertag vermeldet. Auch im Baltikum überwiegte sonniges und ruhiges Wetter mit Maxima um 25°C, z.B. Vilnius 26°C und Riga 25°C.

Bis zum 17.08.2017 zog die Antizyklone LISA unter Verstärkung weiter nach Osten. Der Kerndruck war mittlerweile auf 1031 hPa gestiegen. Der Einflussbereich reichte im Norden bis zum Polarmeer, im Westen bis nach Weißrussland, im Süden bis zum Kaukasus und im Osten bis weit nach Westsibirien und somit bis außerhalb des Darstellungsbereichs der Berliner Wetterkarte. Bei hohen Sonnenscheindauern wurden verbreitet 20 bis 25°C erreicht, so z.B. in Archangelsk am Weißen Meer mit 23°C. St. Petersburg meldete ein Maximum von 24°C und in Moskau stieg die Lufttemperatur auf 26°C.

Bis zum 18.08.2017 hatte sich Hoch LISA über dem Ural zu einem stabilen Hoch mit einem Kerndruck von mehr als 1030 hPa entwickelt. Dieser Wert ist für ein Sommerhoch beachtlich. Der Einfluss dieses stabilen Hochdruckgebietes blieb in den folgenden Tagen weitgehend gleich und reichte im Norden bis zum Polarkreis, im Süden bis zum Kaukasus, im Westen bis nach Weißrussland und im Osten bis nach Westsibirien. In diesem Bereich dominierte ruhiges, sonnenscheinreiches und trockenes Wetter mit kühlen Nächten. So meldete Jekaterinburg einen Tiefstwert von 9°C, während am Tage maximal 21°C gemessen wurden.

Bis zum 23.08.2017 blieb Hoch LISA über dem Ural und dem Westen Russlands wetterbestimmend und sorgte für reichlich Sonnenschein und durch eine Umwandlung der Luft in warme Kontinentalluft auch für stetig steigende Temperaturen. Dabei blockierte die Antizyklone die Zugbahn der Tiefdruckgebiete, die über Nordskandinavien auswichen. Die Luft erwärmte sich immer stärker, so wurde z.B. am Wochenende vom 19.08. und 20.08.2017 in Moskau jeweils ein Heißer Tag mit Maxima von 31°C bzw. 32°C beobachtet. Die Serie Heißer Tage setzte sich in Moskau bis zum 23.08.2017 fort. An der Westflanke des Hochdruckgebietes LISA bildete sich eine markante Luftmassengrenze aus. Dabei stieg die Temperatur in Grodno, im Westen von Weißrussland, bei Dauerregen nur auf 17°C, während in der Hauptstadt Minsk bei viel Sonne ein Heißer Tag mit maximal 31°C gemessen wurde. Das Regengebiet der Luftmassengrenze erstreckte sich auch bis in den Osten Polens und sorgte für teils ergiebige Niederschläge. So meldete Tarnow innerhalb von 12 Stunden 36 l/m² Niederschlag.

Bis zum 25.08.2017 verlagerte sich Hoch LISA weiter nach Osten bis außerhalb des Darstellungsbereiches der Berliner Wetterkarte und konnte somit auf dieser nicht weiter namentlich verzeichnet werden.

 


Geschrieben am 26.10.2017 von Tobias Mahnkopf

Berliner Wetterkarte: 14.08.2017

Pate: Lisa Kasseckert