Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet  MICHAEL

(getauft am 14.09.2004)

 

Am 14. September 2004 bemerkte der diensthabende Meteorologe des Meteorologischen Institutes Berlin den zunehmenden Einfluss eines schon seit längerem über dem Zentralatlantik befindlichen Hochdruckgebietes auf das europäische Wetter. Getauft auf den Namen MICHAEL sollte es von diesem Tag an in den Analen der europäischen Wetterkarten festgehalten werden. Verglichen mit den zeitgleichen Ereignissen in der Karibik, wo der Hurrikan IVAN zwischen Cuba und Yucatan auf dem Meer mit Geschwindigkeiten von 140 Knoten und Böen bis zu 170 Knoten  (das sind fast 300 km/h!) nordwärts auf die amerikanische Küste zuhielt, waren die vorherrschenden Wetterbedingungen in Europa an diesem Tag spätsommerlich unspektakulär. Lediglich in der Nacht konnte es durch den Hochdruckeinfluss von MICHAEL, welcher großflächiges Aufklaren in Zentraleuropa bewirkte, in gefährlichen Lagen bereits zu leichtem Bodenfrost führen.

Während IVAN vor Amerika schwere Schäden anrichtete und sich zeitgleich der nun vierte nacheinander auf die Karibikregion zuhaltende Hurrikan Namens JEANNE bildete, sollte das Hochdruckgebiet MICHAEL am nahenden Wochenende das bis dahin eher feucht kühle Wetter ablösen und den Sommer mit Temperaturen um 25°C für ein paar Tage zurück nach Deutschland bringen. Gleichzeitig erreichten durch Zufuhr von subpolarer Meeresluft, hervorgerufen durch das Hochdruckgebiet MICHAEL, die Temperaturen nachts noch vor dem Wochenende sogar Minusgrade. So wurde zum Beispiel am 16.9. in Genthin -2°C, in Göttingen -1°C und am Berliner Flughafen Tempelhof -0,3°C gemessen. MICHAEL verlagerte sich rasch nach Osten und befand sich bereits am Samstag dem 18.9. über Weißrussland. Der pünktlich kurz vor Herbstbeginn vorhergesagte Spätsommer trat zumindest für zwei Tage ein, gefolgt von den sich Deutschland bereits in der kommenden Nacht nähernden Ausläufern  eines nahenden Tiefdruckgebietes, die durch ihre dichte Wolkendecke im Anschluss daran für eher ausgeglichene Temperaturen zwischen Tag und Nacht sorgten (Deutschland hatte nachts verbreitet 15°C, Tiefstwerte bei 10°C; Tagestemperaturen zwischen 15°C und 20 °C).

Hoch MICHAEL, mit 1025 hPa noch immer gleichbleibend stark, zog weiter gen Osten und überließ den Herbstanfang dem Tief QUEEN. Dieses bescherte vor allem dem Norden Deutschlands aufgrund des Heranführens von subpolarer Luft, welche auf die noch hohen Meerestemperaturen traf, ungewöhnlich heftige Gewitter und Regengüsse. Ab Mittwoch dem 22.9. war das Hochdruckgebilde MICHAEL auf keiner europäischen Wetterkarte mehr verzeichnet, beschäftigte durch seinen weiteren Forbestand von da an jedoch die Meteorologen in Russland und Zentralasien.


Geschrieben am 28.09.2004 von Maik Brötzmann

Wetterkarte: ?

Pate: Michael Müller