Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet QUEENA

(getauft am 19.09.2017)

 

Am Ende der zweiten Septemberdekade breitete sich zunehmend hoher Druck über Westeuropa aus. Das Azorenhoch bildete dabei einen Ableger über der Biskaya aus, der sich zu einer eigenständigen Antizyklone entwickelte und am 19.09.17 auf den Namen QUEENA getauft wurde.

Am 20.09.17 um 02 Uhr MESZ befand sich das Zentrum gemäß der Berliner Wetterkarte zwischen Bordeaux und Toulouse mit einem maximalen Druck von knapp 1026 hPa. Eingegrenzt wurde die Antizyklone von der Warmfront eines Tiefs zwischen den Britischen Inseln und Island, Frontensystemen über dem Süden Skandinaviens, sowie einer Warmfront über Südosteuropa. Somit beeinflusste Hoch QUEENA das Wetter in weiten Teilen West- und Mitteleuropas, in etwa von den Pyrenäen nordostwärts bis zur Nord- und Ostsee, Polen, Tschechien, den Alpen und den Karpaten. Nicht überall schien an diesem Tag die Sonne den ganzen Tag lang wie in Genf mit 10,5 Sonnenstunden oder in Pau und Bordeaux mit jeweils 11,5 Sonnenstunden. Zwischen der Nordseeküste und dem Alpenraum sorgten Nebel- und Wolkenfelder für sehr wenig bis gar kein Sonnenschein. In diesem Bereich reichte die Spanne der Sonnenscheindauer von 0 Minuten in Bad Lippspringe bei Paderborn bis etwa 5 Stunden in Wittenberg und Weinbiet in der Pfalz. In der vorherrschenden maritimen Polarluft stiegen dazu die Temperaturwerte auf 14,1°C in Eisenach, 14,9°C am Saarbrücker Flughafen, 17,8°C in Cottbus oder 18,6°C in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Weiter südwestlich wurden in Frankreich Höchstwerte von 22,7°C in Dax oder 25,9°C in Perpignan erreicht.

Bis zum folgenden Tag verlagerte sich Hoch QUEENA ein wenig nach Nordosten und befand sich mit dem Zentrum über dem Schwarzwald. Dabei wies der Kern einen Druck von etwa 1023 hPa auf. Für trockenes, teils aber wolkiges Wetter sorgte die Antizyklone QUEENA vom Ostseeraum im Nordosten bis zu den Pyrenäen im Südwesten. Über weiten Teilen der Iberischen Halbinsel wurde die Sonne wegen großflächiger Absinkbewegungen in den unteren Luftschichten nur von wenigen Wolken verdeckt. Verbreitet betrug die Sonnenscheindauer zwischen 5,5 Stunden, wie in Stolzemburg im Norden von Luxemburg, knapp 8 Stunden in Salamanca und rund 12 Stunden in Marseille. Nur im Osten Deutschlands sorgten zähe Nebelfelder und Hochnebel für bedeutend weniger Sonne. So kamen in Zehdenick nördlich von Berlin nur 2,5 Sonnenstunden, 0,75 Sonnenstunden in Plauen oder gar kein Sonnenschein in Laage zwischen Rostock und Güstrow zustande. Trotz der Wolken erreichten dort die Temperaturen Werte von bis zu 17,1°C in Berlin-Dahlem oder 18,7°C an der Station Lübben-Blumenfelde. Bei längerem Sonnenschein stiegen die Höchsttemperaturen auf 22,2°C in Tours, 23,9°C in Cognac oder 26,5°C in Toulouse. Lediglich in Spanien wurde die 30-Grad-Marke überschritten, so zum Beispiel in Toledo mit 31,4°C.

Vor dem zu einem Tief bei Island gehörigen Frontensystem über den Britischen Inseln zog das Hoch QUEENA in einer relativ starken Höhenströmung unter Verstärkung nach Norden. Um 02 Uhr MESZ befand sich das Zentrum mit einem maximalen Druck von circa 1027 hPa 250 km nordwestlich von Stockholm. Mit der Verstärkung des Hochdruckgebietes ROSI östlich des Weißen Meeres beschränkte sich der Einflussbereich des Hochs QUEENA nur noch auf den Süden Schwedens und Teile Dänemarks. Dort gab es neben wolkigen Phasen auch längere sonnige Abschnitte. In Aarslev bei Odense kamen rund 7 Stunden Sonnenschein zusammen. In der subpolaren Luftmasse lagen die Höchstwerte zwischen 11°C an der Station Gardsjo zwischen Karlstad und Norrköping, 15,2°C in Visby auf Gotland und 16,2°C in Aarhus.

Zwischen dem Tiefdruckgebiet über dem Europäischen Nordmeer und der Zyklone ULRICH über der Westukraine verlor Hoch QUEENA durch die Annäherung der einzelnen Fronten dieser Tiefdruckkomplexe und auch durch die Verstärkung bzw. Ausdehnung des Hochs ROSI an Wirkung. Bereits am darauf folgenden Tag konnte es nicht mehr als eigenständiges Hochdruckgebiet auf der Berliner Wetterkarte namentlich verzeichnet werden.

 


Geschrieben am 03.11.2017 von Matthias Janke

Berliner Wetterkarte: 21.09.2017

Pate: Marianne Hartz