Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet QUINN

(getauft am 26.10.2016)

 

Das Hochdruckgebiet QUINN wurde am 26.10.2016 nach Ausbildung in Form eines Zwischenhochs über Zentraleuropa getauft. Mit etwas über 1025 hPa Zentrumsdruck lag dieser nur minimal über dem des Tiefs ELISABETH II welches nur knapp unter 1020 hPa lag. Das Zentrum wurde dabei über Niedersachsen analysiert. Das Einflussgebiet des Hochs QUINN erstreckte sich im Norden von Oslo zu den Alpen im Süden sowie von Warschau im Osten bis westlich der Biskaya. Für Mitteleuropa brachte dies unterschiedliche Bedeckungsgrade und Temperaturen. Im Osten Deutschlands wurden bei ganztägiger dichter Bewölkung und Dauernebel in Kyritz nur 7°C erreicht, während das im Südosten Deutschlands liegende Regensburg milde 16°C meldete.

Bis zum 27.10.2016 wurde der Einfluss des Hochs QUINN an dessen Nordflanke durch Ausläufer des Tiefs FLORENTINE überlagert, damit einher ging die Ausbildung eines zweiten Hochdruckzentrums. Der Druck war im Vergleich zum Vortag leicht gestiegen und betrug nun etwas über 1030 hPa und erstreckte sich von der Keltischen See und dem westlicheren Zentrum über der Bretagne bis im Osten zum zweiten Zentrum nahe Warschau. Im Bereich der dadurch entstandenen Hochdruckbrücke blieb es niederschlagsfrei, abermals nur gestört durch Nebel- und Hochnebelfelder, die deutschlandweit fast über den gesamten Tag gemeldet wurden.

Das östlichere Zentrum des Hochdruckgebietes QUINN löste sich bis zum 28.10.2016 wieder auf, wodurch das Einflussgebiet nun von der Bretagne über Paris bis zu den Westkarpaten und von Mitteldeutschland sowie den Benelux-Staaten bis zur Iberischen Halbinsel reichte. Der Druck im Zentrum hatte sich dabei weiter verstärkt, sodass sich dieser nun auf über 1035 hPa belief. Während im Norden Europas durch den Einfluss des Sturmtiefs FLORENTINE mitunter Orkanstärke erreichende Böen auftraten, wie z.B. in Roldalsfjellet mit 144,1 km/h, konnten nur wenig weiter südlich im Einflussbereich von Hoch QUINN lediglich Spitzenböen von 21 km/h in München gemessen werden. In Berlin-Dahlem fiel vereinzelt Sprühregen, der aufsummiert 0,2 l/m² innerhalb von 24 Stunden bis 06 Uhr UTC, also 07 Uhr MEZ, ergab. Dabei wurde durch die dichte Bewölkung am Tage kein Sonnensschein beobachtet, wohingegen im spanischen Izana 10,7 Sonnenstunden registriert wurden, da hier der Hochdruckeinfluss zur Wolkenauflösung führte.

Sich nordwestwärts ausdehnend erreichte das Hochdruckgebiet QUINN bis zum Folgetag die Britischen Inseln. Um 00 Uhr UTC des 29.10.2016 erstreckte es sich von den Alpen über Paris bis nach Südirland, während sich der Zentrumsdruck im Vergleich zum Vortag nicht geändert hatte. Durch ihren Drehsinn lenkte die Antizyklone QUINN somit mildere Luft bis nach Schottland, in Edinburgh stiegen hierdurch die nächtlichen Tiefstwerte von 5°C am Vortag bis auf 9,7°C an. In Karlsruhe sorgte die milde Luft für einen Anstieg der Tageshöchsttemperatur bis auf 16,7°C. Im Grenzbereich zwischen Hoch QUINN und Tief FLORENTINE traten über Südskandinavien verstärkt hohe Windgeschwindigkeiten auf, welche Sturm- und Orkanstärke erreichten. Im norwegischen Gaustatoppen wurden dadurch Böen beobachtet, deren Windgeschwindigkeiten mit 133,4 km/h gemessen wurden.

Sich weiterhin kaum verlagernd erstreckte sich der Einflussbereich der Antizyklone QUINN am 30.10.2016 von Großbritannien bis zum nördlichen Alpenrand und wies abermals zwei Zentren auf. Das westlichere Zentrum lag bei London, das andere Zentrum bei Köln. Der Druck hatte sich minimal abgeschwächt und erreichte nun Werte, die nur knapp über 1030 hPa lagen. Zwischen Hoch QUINN und dem Tiefdruckwirbel FLORENTINE erreichten die Windgeschwindigkeiten nicht mehr die Sturmstärken der Vortage, in Torsvag Fyr wurden Böen der Stärke 11 mit 108,1 km/h beobachtet, wobei ansonsten Geschwindigkeiten von 50 bis 70 km/h als Maximalwerte den Standard darstellten. Während auf Norderney keine Sonnenstunden beobachtet wurden, schien sie in Lübeck-Blankensee 5,9 Stunden und am Kap Arkona 8,8 Stunden.

Sich abermals räumlich verkleinernd verlagerte sich das Hochdrucksystem QUINN bis zum Folgetag nur wenig und befand sich über der Mitte Deutschlands. Während der Zentrumsdruck unverändert 1030 hPa betrug, hatte sich das westlichere Zentrum aufgelöst. In Berlin-Dahlem stellte sich im Vergleich zum Vortag sehr nebliges und bewölktes Wetter ein. Wo tags zuvor noch 5,9 Sonnenstunden erfasst wurden, konnten nur noch wenige Minuten Sonnenschein beobachtet werden. Gleichzeitig fielen leichte Niederschläge, meist in Form von Sprühregen, die in 24 Stunden bis zum 06 Uhr UTC-Termin des Folgetages insgesamt 0,9 l/m² ergaben.

Am 01.11.2016 erreichte die Antizyklone QUINN über die Alpen ziehend den Golf von Venedig, während sich das Einflussgebiet von Brüssel bis Rom und von Marseille bis Budapest erstreckte. Der Druck im Zentrum betrug nur noch 1025 hPa. Dies führte in Rom zu einem Anstieg der Tagestiefsttemperaturen innerhalb von 3 Tagen von 8,6°C bis auf 12,1°C in der Nacht zum 02.11., wobei die Höchsttemperaturen an diesen Tagen relativ stabil bei über 21°C lagen. In München sank die Tiefsttemperatur zunächst auf 0,5°C am 31.10., um anschließend am Folgetag wieder auf 4°C anzusteigen.

Bis zum 02.11.2016 hatte sich der Hochdruckwirbel QUINN schließlich aufgelöst und konnte daher auf der Berliner Wetterkarte nicht mehr analysiert werden.

 

 

Geschrieben am 10.12.2016 von Patrick Ilmer

Berliner Wetterkarte: 30.10.2016

Pate: Peter Wedde