Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet QUINN

(getauft am 29.10.2014)

 

Bereits am 28.10.2014 befand sich im 500-hPa-Niveau, was einer Höhe von etwa 5,5 km entspricht, eine langgestreckte Zone hohen Luftdrucks von Spanien bis über die Ukraine. Aufgrund der vorherrschenden Wetterlage war es absehbar, dass in dieser Zone neben dem Hochdruckgebiet PITTER über Osteuropa ein neues Hochdruckzentrum entstehen wird. Dieses bildete sich im Laufe des Tages und wurde am 29.10.2014 in der Analyse der Berliner Wetterkarte auf den Namen QUINN getauft.

Das Zentrum des Hochs QUINN lag am Tauftag über den italienischen Alpen und besaß einen Druck im Zentrum von etwa 1020 hPa. Aufgrund des sich nach Nordosten verlagernden Höhenkeils im 500-hPa-Niveau breitete sich der Einflussbereich der Antizyklone QUINN bis zum nächsten Tag weiter nach Norden aus, wobei das Zentrum nahezu stationär blieb. Somit war das Hochdruckgebiet QUINN auch wetterbestimmend für Deutschland. Die absinkenden Luftmassen von Hoch QUINN trugen zur Auflösung von Wolken bei, sodass an vielen Orten hohe Sonnenscheindauern registriert wurden. So meldete die Wetterstation in Ulm bei meist blauem Himmel eine Höchsttemperatur von 12°C, obwohl diese am Vortag noch 7°C betrug. Auch in Spanien machte sich die durch den Höhenkeil entstandene Südströmung bemerkbar. In Madrid wurde ein Tagesmaximum von 27°C gemessen, im sonnenscheinreichen Sevilla lag die höchste Tagestemperatur bei 30°C.

Mit der östlichen Höhenströmung verlagerte sich bis zum 31.10. auch das Zentrum der Antizyklone QUINN weiter nach Osten und befand sich um 01 Uhr MEZ über den ostösterreichischen Alpen, wobei der Kerndruck auf 1025 hPa stieg. Nach letzten Regenfällen durch die Kaltfront vom Tief ORSOLYA am Vormittag schien die Sonne länger in Berlin und die Temperatur erhöhte sich dort auf 14 bis 15°C, im Vergleich zum Vortag um ca. 4 Grad.

Bei gleichgebliebenem Kerndruck lag das Hochdruckgebiet QUINN am 01.11. über Süddeutschland und die Einflusszone breitete sich weiter östlich aus. Durch die Warmfront vom Tiefdruckgebiet PIA und die Antizyklone QUINN herrschte  eine warme Süd- bis Südwestströmung über Deutschland. Aufgrund dieses Einflusses von Hoch QUINN und dem Warmsektor der Zyklone PIA blieb es im Westen und Südwesten Deutschlands meist nur leicht bewölkt und es wurden vielerorts für die Jahreszeit hohe Temperaturwerte aufgezeichnet, wie in Stuttgart, wo die Sonne fast 9 Stunden lang schien und die Höchsttemperatur 19,6°C betrug. Ähnlich war es auch in Freiburg, dort wurde ein Tagesmaximum der Temperatur von 20,8°C erreicht.

Der Höhenkeil im 500-hPa-Niveau breitete sich weiter nordöstlich aus, so dass sich das Zentrum vom Hochdruckgebiet QUINN nach Osten verlagerte und am Folgetag mit einem unveränderten Kerndruck über Rumänien lag. Die Temperatur nahm im Einflussbereich vom Hoch QUINN weiter zu und erreichte für diese Jahreszeit untypische Höchstwerte von 22,2°C in Werl, 21,6°C in Bernburg und 19,6°C in Garmisch-Partenkirchen. Vereinzelt gab es in den frühen Stunden aber auch Nebel und Hochnebel.

Das Zentrum vom Hoch QUINN befand sich am 03.11. über der Ukraine etwass nördlich vom Schwarzen Meer, wobei der Kerndruck von 1025 hPa unverändert blieb. Die Antizyklone QUINN sorgte unter anderem in Kiew für Erwärmung und Sonnenschein, so dass dort die Tageshöchsttemperatur 7°C betrug, während am vorigen Tag noch 2°C gemessen wurde. Typisch für den Hochdruckeinfluss wurde in Bukarest um 06 Uhr UTC, also um 07 Uhr MEZ, Nebel gemeldet und das Temperaturmaximum erreichte dort 13°C.

Bis zum Folgetag verlagerte sich das Zentrum des Hochs QUINN weiter Richtung Osten und wurde mit einem unveränderten Kerndruck über der Straße von Kertsch analysiert. Die absinkenden Luftströmungen im Einflussbereich sorgten auf einem breiten Streifen von Ostdeutschland bis nach Osteuropa für klaren Himmel. So schien in Brandenburg 7 Stunden die Sonne, ebenso in Budapest, wo die Höchsttemperatur 17°C betrug. In Ankara stieg die höchste Temperatur innerhalb eines Tages um 5°C an und wies einen Wert von 12°C auf.

Mit der östlichen Höhenströmung verlagerte sich das Hochdruckgebiet QUINN weiter nach Osten. Die Antizyklone QUINN befand sich mit dem Zentrum nun über Südrussland zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer, wobei die Antizyklone mit einem Kerndruck von 1030 hPa auch den höchsten Kerndruck ihrer gesamten Entwicklungsphase besaß. In Wolgograd stieg die Höchsttemperatur von -1°C am Vortag auf +6°C am Folgetag an. In Kiew und auch in Odessa hielt das milde Wetter mit Höchsttemperaturen zwischen 13°C und 14°C an.

Bis zum 06.11. verlagerte sich das Hochdruckgebiet QUINN nach Süden und befand sich mit seinem Zentrum über Georgien, der Kerndruck blieb dabei unverändert. Das Hoch QUINN sorgte weiterhin für Erwärmung unter anderem in Ankara, wo die Höchsttemperatur 15°C betrug. Auch in Rhodos stieg die Temperatur weiter an und wies einen Höchstwert von 23°C auf. Die Antizyklone QUINN verlagerte sich mit der Höhenströmung weiter nach Osten und konnte an diesem Tag das letzte Mal auf der Berliner Wetterkarte analysiert werden.

 

 

Geschrieben von Barbara Szénási

Berliner Wetterkarte: 30.10.2014

Pate: Dr. Hermann Jahnen