Lebensgeschichte

 

Hochdruckgebiet ZALIA

(getauft am 06.06.2017)

 

Anfang Juni erstreckte sich ein Ableger des Azorenhochs bis nach Frankreich und Spanien. Diese Antizyklone zwischen den Tiefdruckgebieten INGRABAN und JÖRN wurde am 06.06.2017 in der Prognose für den Folgetag auf den Namen ZALIA getauft.

Am 07.06. um 02 Uhr MESZ befand sich das Hoch ZALIA mit dem Zentrum vor der spanischen Biskayaküste und wies dort einen Druck von rund 1024 hPa auf. Wie schon erwähnt, wurde der Einflussbereich des Hochdruckgebiets ZALIA von Tief INGRABAN über der Nordsee und Tiefdruckgebiet JÖRN über dem nördlichen Atlantik begrenzt. Die Gebiete mit dem meisten Sonnenschein befanden sich in Spanien entlang der Mittelmeerküste bis zur Côte d'Azur. Jeweils rund 13 Stunden schien die Sonne am Flughafen von Saragossa und an der Station Madrid-Barajas und sogar 14,5 Stunden in Nizza. Im Süden der Iberischen Halbinsel wurde dabei vereinzelt die 35°C-Marke überschritten, so zum Beispiel in Sevilla mit 35,5°C oder in Córdoba mit 35,3°C. Mit zunehmender Annäherung an die Zyklone INGRABAN über der Nordsee nahm auch die Bewölkung zu. In weiten Teilen Frankreichs reichte die Spanne der Sonnenstunden von etwas mehr als 4,5 Stunden in Limoges bis 9,8 Stunden in La Rochelle. Mit einer westlichen bis nordwestlichen Strömung gelangte maritime Polarluft nach Frankreich, mit Ausnahme der Mittelmeerküste, wo beispielsweise 28°C in Hyères aufgrund der vorherrschenden subtropischen Luftmasse erreicht wurden. In den anderen Teilen des Landes fielen die Temperaturen durch die bereits erwähnte kühle Luftmasse geringer aus und es wurden nur 16,8°C in Brest, 18,2°C in Limoges oder 22°C in Bordeaux gemessen.

Mit der westlichen Höhenströmung verlagerte sich Hoch ZALIA bis zum nächsten Tag nach Nordosten und lag am 08.06. um 02 Uhr MESZ mit einem maximalen Druck von etwas über 1025 hPa über den Bayerischen Alpen. Umgeben von den erwähnten Tiefdruckwirbeln und deren Ausläufern beeinflusste die Antizyklone ZALIA das Wetter vom südlichen Baltikum im Nordosten über Polen, weiten Teilen Deutschlands, Tschechien und den Karpaten nach Südwesten bis zur kroatischen Adriaküste, der Poebene und den Seealpen. Teilweise wurden bis zu 15 Sonnenstunden gemessen, wie in München, St. Gallen oder in Grenoble. In der Nähe der Fronten der Tiefdruckgebiete INGRABAN und JÖRN schien die Sonne nur 2,9 Stunden in Cluj, etwas mehr als 1,5 Stunden in Magdeburg oder knapp 4,5 Stunden an der Station Bielefeld-Deppendorf. Die Höchsttemperaturen lagen an diesem Tag zwischen 17,6°C in Waren an der Müritz, 23,4°C in Bischofshofen und 26°C in Rijeka. In Südostfrankreich wurde sogar die Marke für einen Hitzetag überschritten, die bei 30°C liegt. Beispielsweise stieg die Temperatur auf 31,1°C in Carpentras bei Avignon.

Am darauffolgenden Tag befand sich das Hochdruckgebiet ZALIA mit dem Zentrum über den Nordkarpaten und wies dort einen Druck von rund 1022 hPa auf. Zudem bildete sich etwa 550 km südwestlich davon über Slowenien ein zweites Zentrum mit einem kaum schwächeren maximalen Druck von knapp 1021 hPa aus. Wie an den Vortagen lag die Antizyklone zwischen den Tiefs INGRABAN und JÖRN und sorgte somit in einem Korridor von Weißrussland und dem Osten Polens im Nordosten bis nach Italien und Korsika im Südwesten für sonniges Wetter. In diesem Bereich wurden zwischen 9,5 Sonnenstunden in Warschau, 12,5 Stunden Sonnenschein in Eger nordöstlich von Budapest und etwa 15,3 Sonnenstunden in Belgrad gemessen. Im Einflussbereich des Hochs ZALIA stiegen die Temperaturen auf Werte von 23°C in Lublin bis 25,6°C in Stropkov im Norden der Slowakei. Weiter nach Südwesten stieg die Temperatur in einer wärmeren Luftmasse auf bis zu 28°C in Rijeka oder 31,2°C in Florenz.

Bis zum 10.08. verlagerte sich die Antizyklone ZALIA nur wenige Kilometer nach Osten, blieb also in ihrer Lage nahezu stationär. Bei einer leichten Abschwächung und nur noch einem Zentrum wurden dort ca. 1018 hPa als Maximaldruck gemessen. Begrenzt wurde das Hoch durch einen unbenannten Wirbel und dessen Ausläufern über dem äußersten Westen Russlands sowie durch die Kaltfront des Tiefs JÖRN über Zentraleuropa. Somit beeinflusste das Hochdruckgebiet ZALIA das Wetter vom südlichen Baltikum und der Ukraine in Richtung Südwesten bis nach Italien. Mit dem Absinken der Luft und der damit zusammenhängenden Wolkenauflösung herrschte in diesen Regionen viel Sonnenschein. Zum Beispiel betrug die Sonnenscheindauer in Lesko ganz im Südosten Polens und in Skopje jeweils rund 11,5 Stunden oder 12,3 Stunden im süditalienischen Santa Maria di Leuca. Dazu erreichte die Temperatur Höchstwerte zwischen 22,8°C in Borisov, 24,5°C in Lviv, 26,8°C in Belgrad und 30,3°C in Mostar südwestlich von Sarajevo.

Weil sich Hoch ANNI über Frankreich verstärkte und allmählich weiter nach Osten zog, löste sich das Hochdruckgebiet ZALIA bis zum nächsten Tag auf und konnte nicht mehr auf der Berliner Wetterkarte analysiert werden.

 


Geschrieben am 01.08.2017 von Matthias Janke

Berliner Wetterkarte: 08.06.2017

Pate: Zalia Pfeil