Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet ADAM

(getauft am 16.12.2013)

 

Bis Mitte Dezember zog vom Atlantik kommend ein Tiefdruckgebiet Richtung Europa, welches am 16.12.2013 anhand einer Analysekarte auf den Namen ADAM wurde. Am Tauftag um 00 Uhr UTC, was 01 Uhr MEZ entspricht, befand sich die Zyklone ADAM zwischen Island und Norwegen über dem Polarkreis und ihr Kerndruck belief sich auf etwas unter 955 hPa. Vom Kern ausgehend verlief eine Okklusionsfront, dies ist eine Mischform der Warm- und Kaltfront, welche durch deren Verschmelzung im Okklusionspunkt entsteht. Diese Okklusion verlief zunächst nach Norden um dann einen engen Bogen beschreibend südwärts bis vor die Küste Norwegens auf dem Breitengrad Trondheims zu reichen, wo sie sich in eine Warm- und Kaltfront aufspaltete. Die Warmfront verlief weiter in südlicher Richtung, überquerte die Nordsee und endete nur wenige Kilometer vor dem Ärmelkanal. Dagegen zog sich die Kaltfront in südwestlicher Richtung über Großbritannien, südlich von Edinburgh und Dublin und endete auf dem Breitengrad der Azoren über dem Zentralatlantik. In Trondheim kam es mit Annäherung des Tiefs ADAM zu einer starken Zunahme der Windgeschwindigkeiten mit Durchschnitts-geschwindigkeiten von 32 km/h was der Windstärke 5 auf der Beaufort-Skala entspricht und Böen, die Stärke 7 und mehr erreichten.

Bis zum 17.12.2013 hatte sich der Wirbel ADAM nordwärts verlagert und befand sich in den Morgenstunden zwischen Grönland und Spitzbergen über der Grönlandsee. Vom Kern, dessen Druck nun etwas unter 965 hPa betrug, verlief eine Okklusion in einem weiten Bogen um Spitzbergen über die Halbinsel Kola und das Weiße Meer. Über dem Breitengrad St. Petersburgs änderte sich ihr Charakter zu dem einer Warmfront und führte dann weiter vorbei an Moskau bis nach Sewastopol am Schwarzen Meer. Mit dem Frontendurchgang in Moskau stieg die Temperatur spürbar, wo am Vortag die Tageshöchsttemperatur noch -3,9°C betrug, stieg sie an diesem Tag um 6 Grad auf 2,1°C an. Damit einher ging auch die Änderung des Aggregatzustandes des Niederschlags von reinem Schneefall am Vortag zu Schneeregen in den Morgenstunden  und Regen zum Nachmittag an diesem Tag, welcher in der Summe 4 mm Niederschlag ergab.

Im ukrainischen Odessa blieb der Regen zwar aus dafür gab es den ganzen Tag über Nebel und nicht eine einzige Sonnenstunde.

Bis zum nächsten Tag hatte sich ein weiterer Kern ausgebildet, der ursprüngliche Kern des Tiefs, daher als ADAM I bezeichnet, befand sich weiterhin zwischen Spitzbergen und Grönland war aber einige Hundert Kilometer weiter nach Norden gezogen und über eine Okklusion mit dem Kern ADAM II bei Archangelsk verbunden. Dessen Okklusion reichte vom Zentrum weiter über Russland bis nach Kazan, wo sie sich in eine Warmfront, die südlich Perms den Vorhersagebereich der Berliner Wetterkarte verließ und eine Kaltfront aufspaltete, die südlich zunächst an Moskau, dann Minsk vorbei führte und nördlich von Warschau in die Warmfront eines nachfolgenden Tiefs überging. Auch hier setzte sich das milde Wetter fort, mit Werten von 2,5°C als Tageshöchsttemperatur wurden in Moskau kurz vor Weihnachten äußerst unübliche Werte erreicht und selbst die nächtlichen Tiefstwerte lagen mit 0,7°C noch über dem Gefrierpunkt. Mit der Strömung in ca. 5,5 km Höhe verlagerte sich Tief ADAM nun bis östlich des Urals, und befand sich in den ersten Tagesstunden des 19.12.2013 in der Nähe von Irbit westlich von Tobolsk. Das Frontensystem bestand aus einer Okklusion, die vom Kern in einem weiten Bogen nordwärts reichte bis sie etwas südlich von Archangelsk in ein unbenanntes Frontensystem überging. Eine weitere Okklusion zog sich vom Kern nach Süden, verließ aber schon kurz darauf den Analsysebereich der Berliner Wetterkarte. Nachdem der Einfluss des Wirbels ADAM sich nun zusehends abschwächte stellten sich auch wieder üblichere Temperaturen und Witterungen ein, so sank die Tagestiefsttemperatur in Kazan von 0°C an diesem Tag auf -14,5°C am 20.12.2013 damit verbunden fiel auch der vormals flüssige Niederschlag nun in Form vereinzelter Schneeflocken. In Moskau waren die Änderungen nicht ganz so drastisch, hier sank die Temperatur von den zuvor schon angeführten 0,7°C auf -2°C.

Am 20.12.2013 hatte das Tiefdruckgebiet ADAM schließlich den Darstellungsbereich der Berliner Wetterkarte endgültig komplett in Richtung Sibirien verlassen und konnte daher nicht weiter analysiert werden.

 


Geschrieben am  28.02.14 von Patrick Ilmer

Berliner Wetterkarte: 18.12.2013

Pate: Adam Linzner