Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet ANNEKATHRIN

(getauft am 31.12.2005)

 

 

 

Am letzten Tag des Jahres 2005 entwickelte sich vor der Küste Genuas ein Tiefdruckgebiet, welches den dort noch vorherrschenden Hochdruckeinfluss verdrängte und laut Vorhersagen für den Alpenraum und Italien während der ersten Januartage wetterbestimmend werden sollte. Es wurde in der Prognose-Karte für den 1. Januar 2006 auf den Namen ANNEKATHRIN getauft.

So breitete sich Tief ANNEKATHRIN mehr und mehr auf der Südseite der Alpen aus und bescherte ganz Italien und der Côte d`Azur einen trüben, stark bewölkten und regnerischen Neujahrstag. Das Tiefzentrum ANNEKATHRINs verlagerte sich am folgenden Tag bis zur Adria, von den Ostalpen bis nach Budapest konnte daher leichter Schneefall verzeichnet werden. Die mit dem Tief verbundene Kaltfront zog über Italien hinweg, wobei es in Rom zu Gewittern kam. Nach Durchzug dieser Kaltfront trat in Norditalien und den Westalpen eine Wetterbesserung ein.

Am 3.1. zog Tief ANNEKATHRIN weiter nach Ungarn. Dabei kam es an der Alpennordseite in Bayern und Österreich zu Niederschlägen, die zum Teil lang anhaltend und ergiebig ausfielen. An der Donau fiel der Niederschlag als Regen, sonst schneite es. Während der Nacht summierten sich die Niederschläge dort verbreitet auf 20 bis 40 l/m² (z.B. Zugspitze 48l/m²), so dass die Schneedecke vielerorts erheblich anwuchs. Am Chiemsee erhöhte sie sich vom 2. auf den 3.1. um 33 cm, auf der Zugspitze gab es sogar 90 cm Neuschnee.

Allmählich verlagerte sich ANNEKATHRIN weiter nach Norden und befand sich am 4.1. über Polen. Dies führte zu anhaltenden Schneefällen in der Tschechischen und Slowakischen Republik. Dabei fielen zum Teil mehr als 10 l/m² in 24 Stunden (z.B. Kramolín-Košetice 12,8 l/m² entspricht 30cm Schneehöhe).

Durch weitere Kräftigung einer Hochdruckzone über Mitteleuropa wurde das inzwischen abgeschwächte Tiefdruckgebiet ANNEKATHRIN schließlich rasch aufgelöst, so dass es am 5.1. nicht mehr auf der Berliner Wetterkarte analysiert werden konnte.

 

 


Geschrieben am 23.01.2006 von F. Reinfried

Wetterkarte: 02.01.2006

Pate: Stadt Hagen / Meteorologische Abteilung