Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  CHRISTEL

(getauft am 08.01.2006)

 

 

 

Am 08.01.2006 bildete sich östlich von Neufundland an der Frontalzone zwischen warmen, feuchten sowie kalten und trockenen Luftmassen ein neues Tiefdruckgebiet aus. Es wurde in der Prognosekarte für den nächsten Tag auf den Namen CHRISTEL getauft.

Um Mitternacht (00 UTC = 01 MEZ) des 09.01.2006 wurde CHRISTEL auf dem Atlantik zwischen Grönland und Island mit einem Kerndruck von rund 965 hPa analysiert. Bis zum nächsten Tag (10.01.2006) zog CHRISTEL rasch über das Europäische Nordmeer und beeinflusste mit ihrem Frontensystem neben den Britischen Inseln vor allem Jan Mayen und Norwegen. So wehte z.B. auf Jan Mayen im Mittel ein starker bis stürmischer Wind von 29 kn, was 15 m/s bzw. 54 km/h oder Windstärke 7 entspricht. Entlang der gesamten norwegischen Küste wurden Windgeschwindigkeiten der Stärke 8 gemessen. Verbreitet kam es zu anhaltenden Niederschlägen, so fielen beispielsweise in Glasgow 9 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden.

CHRISTEL zog nun weiter nach Norden, so dass sie am 11.01.2006 über Spitzbergen lag und dort ebenfalls Wind der Stärke 7 und etwas Niederschlag brachte. Dabei wurde in der zurückliegenden Nacht als tiefste Temperatur +2°C gemessen, was für Spitzbergen ein ungewöhnlich milder Wert ist. Grund dafür war die massive Warmluftadvektion aus südlicheren Breiten nach Norden unter anderem bedingt durch Tief CHRISTEL. In der folgenden Nacht hatte sie sich bereits weiter in Richtung Nordpol verlagert, auf ihrer Rückseite konnte kältere Luft wieder nach Süden zurückströmen. So ging die Temperatur nun bei gleicher Windgeschwindigkeit bis auf -9°C zurück.

Im weiteren Verlauf verlagerte sich CHRISTEL unter leichter Abschwächung weiter nach Nordosten aus dem europäischen Wetterkartenausschnitt heraus. Sie konnte am 12.01.2006 das letzte Mal in der Berliner Wetterkarte analysiert werden.

 

 

 


Geschrieben am 21.01.2006 von S. Müller

Wetterkarte: 10.01.2006

Pate: Christel Jahr