Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  CLARA

(getauft am 19.12.2006)

 

Als sich am 19.12.2006 zwischen Island, Grönland und Jan Mayen angetrieben durch die Höhenströmung ein Tief bildete, wurde es in der Berliner Wetterkarte auf den Namen CLARA getauft. Der Kerndruck des Tiefs lag an diesem Tag bei etwa 988 hPa.

In die kräftige Höhenströmung eingebettet, zog CLARA rasch gen Skandinavien weiter, denn der Weg nach Mitteleuropa war durch das kräftige Hoch ZENO, welches mit seinem Zentrum über den Britischen Inseln lag, versperrt. Die Warmfront bedachte zunächst die norwegischen Küstengebiete mit Regen und milden Temperaturen. So stieg in Trondheim das Quecksilber von 0 auf 7°C und es fielen dort 8 Liter pro Quadratmeter. Am frühen Morgen des 20.12. schließlich erreichte die Warmfront dann auch den Norden sowie den Nordosten Deutschlands und brachte dort sehr milde Luftmassen mit sich. Die Tiefstwerte lagen vor allem im Küstenumfeld nicht unter 5°C, Regen gab es hier allerdings kaum. Grund dafür war wiederum Hoch ZENO, das seinen Einflussbereich zunehmend in Richtung Mitteleuropa verlagerte und Tief CLARA weiter nach Osten abdrängte. So gab es vor allem im Westen und Süden Deutschlands großräumig eine frostige Nacht.

CLARA lag am 20.12. mit dem Zentrum schon über Südfinnland, der Kerndruck war auf 1010 hPa angestiegen. Der weitere Weg sollte nach Südosten führen, Richtung Russland. Auf diesem Weg kühlte sich die durch Tief CLARA mitgeführte recht milde und feuchte Luft jedoch mehr und mehr ab. Als Tief CLARA am 21.12. mit dem Zentrum über Weißrussland lag, stieg das Quecksilber dort kaum mehr über 0°C, der Kerndruck war schon auf 1028 hPa angestiegen. Lediglich über der Osthälfte Deutschlands sorgten die lang gestreckten Ausläufer noch für sehr mildes Wetter mit leichtem Sprühregen. Die Höchstwerte lagen dort immerhin zwischen 4 und 9°C. Nur auf den höchsten Bergen der östlichen Mittelgebirge fiel der Niederschlag als Schnee. In Zinnwald-Georgenfeld  erhöhte sich die Schneedecke um 3 auf 7 cm und auf dem Fichtelberg fielen umgerechnet 3,9 Liter pro Quadratmeter innerhalb 24 Stunden. Die Schneedecke wuchs auf 12 cm an. Am 22.12.2006 hatte nicht nur die Wetteraktivität nachgelassen, sondern der Druck war auch derart stark angestiegen, dass sich Tief CLARA ganz einfach über dem Westen Russlands aufgelöst hatte.

 


Geschrieben am 23.02.2007 von Andreas Blei

Wetterkarte: 20.12.2006

Pate: Clara Bode