Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet DANA

(getauft am 25.07.2020)

 

Am 25.07.2020 war auf der Berliner Wetterkarte von 00 Uhr UTC, was 02 Uhr MESZ entspricht, ein kleines Tiefdruckgebiet östlich von Neufundland zu sehen. Der Tiefdruckwirbel, welcher sich am Rande einer anderen, unbenannten Zyklone aus einer stationären Welle bildete, wurde aufgrund seines kommenden Einflusses auf das mitteleuropäische Wetter von den Meteorologen der Berliner Wetterkarte in der Analyse auf den Namen DANA getauft.

Anfangs hatte Tief DANA einen Kerndruck von etwas unter 1010 hPa, lag somit nur wenig unter dem idealen Normaldruck von 1013 hPa und war dahingehend auch noch relativ schwach ausgeprägt.  Im Verlauf des Tages zog die Zyklone mit der Westwindströmung weiter in östliche Richtung und verstärkte sich dabei zunehmend. Zu dem Zeitpunkt lag das Tief allerdings noch immer über dem Nordatlantischen Ozean und brachte somit wenig Einfluss auf das mitteleuropäische Wetter. Der Kerndruck sank auf unter 1005 hPa.

Auch am darauffolgenden Tag, den 26.07., zog das Tiefdruckgebiet DANA weiter in östliche Richtung und erreichte zum Abend mit seiner Warmfront die irische Westküste. Die Front brachte während der Nacht auf den 27.07. reichlich Niederschlag mit sich. In Johnstown Castle erreichten die Niederschlagswerte 30,0 mm, in Roches Point 24,0 mm und am Observatorium in Valentia sowie am Flughafen von Cork 20,0 mm. Die Temperaturen blieben im Vergleich zu den Vortagen jedoch relativ unverändert. Im gesamten Land gab es Tiefstwerte um 13°C.

Am Montag, den 27.07., um 06 Uhr UTC lag der Kern von Tief DANA über Irland. Zu dem Zeitpunkt besaß DANA einen Kerndruck von etwas über 995 hPa. Der Regen nahm zwar wieder ab, dennoch gab es den Tag über nur wenig Sonnenschein und gelegentlichen Niederschlag. Im Laufe des Tages zog der Tiefdruckkern über Großbritannien hinweg, brachte jedoch nur gebietsweise ergiebigen Niederschlag mit sich. Im Norden, wo das Land noch teils im Einfluss des Kerns von CHRISTIANE I lag, fielen deutlich größere Niederschlagsmengen mit Spitzenwerten von 31,0 mm in Bishopton und 25,0 mm in Shap. Im zentralen Großbritannien und dem Süden gab es vergleichsweise weniger Regen mit beispielsweise 18,0 mm in Capel Curig und 10,0 mm in Liscombe. Auch im Vereinigten Königreich gab es verglichen zu den Vortagen keine spürbaren Temperaturschwankungen.

Die Zyklone verstärkte sich weiterhin und zog dabei Richtung Nordosten. Am 28.07. um 00 Uhr UTC lag Tief DANA über der Nordsee, knapp östlich von Schottland, und besaß einen Kerndruck von unter 990 hPa. Der Okklusionsvorgang, also der Zusammenschluss der Warm- und der Kaltfront des Druckgebietes, hatte hierbei bereits begonnen und der Okklusionspunkt lag ebenfalls über der Nordsee, neben Dänemark. Die Warm- und Kaltfront des Tiefs zogen im Verlauf des Tages über Deutschland hinweg, brachten allerdings nur wenig signifikantes Wetter mit sich. Lediglich im Süden Deutschlands gab es teilweise größere Niederschlagsmengen. In Marktschellenberg gab es 37,6 mm, in Kraftisried 30,0 mm und in Oy-Mittelberg-Petersthal 31,5 mm. Mit den hohen Niederschlagssummen im Süden wurden auch vor allem in den Bergen starke Windböen gemeldet von bis zu 9 Bft, was schon einem Sturm entspricht. In den restlichen Gebieten Deutschlands wurden Windböen von 5Bft bis 6 Bft, gebietsweise 7 Bft gemeldet. Im Norden Deutschlands gab es dazu auch nur geringe Niederschlagssummen, in Mitteldeutschland blieb der Regen aus. Auch in Dänemark, wohin sich der Okklusionspunkt im Verlauf des Tages wanderte, fiel den gesamten Tag über nur wenig Niederschlag. 11,4 mm war dabei der Höchstwert im Lande in Ålestrup. Die Kaltfront von Tief DANA hatte Deutschland erst am Abend bzw. zur Nacht zum 29.07., bis auf wenige Teile des Südens, komplett durchquert. Dies war auch an einem Temperaturabfall von knapp 4 Kelvin spürbar, der hinter der Kaltfront auftrat.

Am 29.07. um 00 Uhr UTC lag das Tiefdruckgebiet DANA über der Südwestküste Norwegens. Der Druck fing bereits an wieder zusteigen und lag zu diesem Zeitpunkt nur noch knapp unter 995 hPa. Wie bereits erwähnt sind die Temperaturen in Deutschland verglichen zum Vortag etwas gefallen, wodurch die gemessene Tiefsttemperatur an dem Tag um 10°C betrug.
Über Skandinavien brachte die Zyklone DANA in einigen Gebieten schon mehr Niederschlag. Liarvatn im Süden Norwegens meldete am 30.07. um 06 Uhr UTC eine 24-stündliche Niederschlagssumme von 46,3 mm. Auf
Kolmården, ein bewaldeter Bergrücken in Schweden, und im Ort Strömsfors fiel vor allem in der Nacht zum 30.06. gehäuft Niederschlag, wodurch dort um 06 Uhr UTC eine 24-stündliche Niederschlagssumme von 23,6 mm gemeldet wurde. Im Norden von Schweden gab es weitere Spitzenwerte mit 28,6 mm in Holmön und 24,5 mm in Vidsel. Die Temperaturen in der Nacht blieben wie auch in den Nachbarländern recht mild bei Tiefstwerten um knapp 15°C. Die Höchstwerte betrugen etwa 17°C im Inland und um die 20°C an den Küstengebieten.

In der Nacht zum 30.07. um 00 Uhr UTC spaltete sich Tief DANA in zwei Kerne auf, die DANA I und DANA II benannt wurden. Dabei lag der Kern von DANA I über dem Nordmeer unweit von Trondheim mit einem Druck von etwas unter 1005 hPa, während sich der Kern von DANA II über Finnland befand und noch ein wenig stärker ausgeprägt war mit knapp unter 1000 hPa. Der Okklusionspunkt von DANA II lag über Russland, knapp neben der Grenze zu Finnland. In dem Bereich traten auch größere Niederschlagsmengen auf. Direkt an der Grenze in Kuhmo Kalliojoki, was noch zu Finnland gehört, fiel eine 12-stündige Niederschlagsmenge von 34,4 mm. In Segescha in Russland waren es sogar 41,0 mm. Im Kern von DANA I fiel vergleichsweise wenig Niederschlag mit Spitzenwerten von 20,0 mm in Torpshammar und 18,0 mm in Gävle, was ebenfalls in Schweden liegt. Die Tiefsttemperaturen hielten sich im Einflussbereich der beiden Tiefdruckkerne um 14°C, die Höchsttemperaturen erreichten gebietsweise noch 20°C, blieben ansonsten größtenteils um 17°C.

Zum 31.07. zog der Tiefdruckkomplex weiter in östliche Richtung und spaltete sich noch weiter auf, sodass sich eine Tiefdruckrinne mit drei Kernen über Osteuropa ausbreitete. Der Kern von DANA I war noch mit am schwächsten ausgeprägt und besaß noch immer einen Kerndruck von unter 1005 hPa. DANA II und DANA III lagen beide über Russland mit jeweils einem Kerndruck von unter 1000 hPa. Viel Niederschlag brachte der Tiefdruckkomplex nicht mehr mit sich. Die Höchstwerte wurden dabei in Zosēni, Lettland mit 11,4 mm als 12-stündige Niederschlagssumme und in Nowaja Ladoga mit 11,0 mm gemessen. In Osteuropa sanken die Temperaturen leicht. Während es bis zum 29.07. noch Höchsttemperaturen von etwa 25°C gab, waren es am 31.07. nur noch knapp 20°C. Die Minimaltemperaturen lagen um 13°C.

Am 01.08. hatte sich der Kern DANA I bereits aufgelöst. DANA II und DANA III lagen mit ihren Kernen jedoch beide noch immer über Russland. Mittlerweile hat sich DANA II gegenüber DANA III ebenfalls abgeschwächt und besaß lediglich einen Kerndruck von über 1000 hPa, während der Druck von DANA III noch darunter lag. Wirklich signifikantes Wetter brachte das Tiefdrucksystem kaum noch. Niederschlag wurde im Einflussbereich wenig bis gar nicht gemeldet und auch die Temperaturen blieben relativ konstant mit Höchstwerten bei rund 20°C und Tiefstwerten um 12°C.

Am darauffolgenden Tag, den 02.08. um 00 Uhr UTC war nur noch ein sehr schwach ausgeprägter Tiefdruckwirbel DANA zwischen der Barentssee und dem Karasee zu erkennen. Das Druckgebiet besaß einen Kerndruck von knapp unter 1005 hPa und brachte kein signifikantes Wetter mehr mit sich. Im Laufe des Tages löste sich Tief DANA komplett auf, sodass dieses am 03.08. nicht mehr auf der Berliner Wetterkarte analysiert werden konnte.