Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet ELIN

(getauft am 20.12.2006)

 

 

 

Am 18. und 19.12. weitete sich ein Höhenkeil von den Azoren her nach Norden aus, dazu korrespondierend bildete sich über den Britischen Inseln und dem westlichen Mitteleuropa eine Bodenhoch namens ZENO aus. An der Ostflanke des Höhenkeils konnte sich der vorgelagerte und mit kalter Luft gefüllte Tiefdrucktrog weiter amplifizieren, sich also weiter nach Süden bis zum Mittelmeer ausweiten. Über dem noch 15 bis 19°C warmen Wasser sorgte dies für eine große vertikale Temperaturdifferenz und somit für eine feucht-labile Luftschichtung als gute Voraussetzung für Schauer und Gewitter. Großflächige Hebung setzte ein und es bildete sich ein Tiefdruckgebiet, welches am 20.12. auf den Namen ELIN getauft wurde.

Mit einem Kerndruck von etwas weniger als 1020 hPa war ELIN zwar relativ schwach ausgeprägt, doch sorgte sie in Verbindung mit dem Höhentief für eine rege Wetteraktivität im gesamten Mittelmeerraum. So gab es am 20.12. vor allem auf den Balearen kräftige Schauer. Die drei Inseln Menorca, Mallorca und Ibiza meldeten Regenmengen über 20 Liter pro Quadratmeter. Die höchste 24-stündige Menge fiel dabei auf Ibiza mit 52 l/m².

Auch an den beiden Folgetagen sorgte ELIN für gelegentliche Schauer und Gewitter, dabei verlagerte sich der Schwerpunkt nach Sizilien und Süditalien. Am 23.12. war sogar die algerische Küste betroffen. So wurden in Dar el Beida 38 l/m² gemessen, auf der Insel Pantelleria waren es 33 und auf Djerba 21 l/m². In Malaga wurden 32 l/m² registriert und auch auf Ibiza fielen noch einmal 18 l/m².

Im weiteren Verlauf schwächte sich ELIN zusammen mit dem Höhentief langsam ab, dabei verlagerte sie sich noch leicht nach Südosten. Am 25.12. konnte ELIN das letzte Mal mit Kern über dem nördlichen Tunesien in der Berliner Wetterkarte analysiert werden.

 

 

 

 

 

 

 


Geschrieben am 29.01.2007 von Steffen Dietz

Wetterkarte: 22.12.2006

Pate: Thomas Becher