Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  ELISA

(getauft am 21.08.2006)

 

 

Am 21. August 2006 entstand an der lang gestreckten Kaltfront des Tiefdruckgebietes DÖRTHE mit Zentrum über Südschweden das Tiefdruckgebiet ELISA. Es wies bei seiner Entstehung ein Kerndruck von weniger als 1015 hPa auf und lag mit seinem Zentrum über der Ukraine.

In der Nacht zum 22. August wanderte ELISA weiter nach Russland. In ihrem Einflussbereich gab es 12-stündige Niederschlagsmengen von mehr als 40 Liter pro Quadratmeter (z.B. Pinsk – Weissrussland 45 Liter) und teilweise heftige Schauer und Gewitter. Ihre Kaltfront überquerte in der Nacht zum 23. August die Ukraine.

In Griechenland verdrängte ELISAs Kaltfront die heiße Luft und so stiegen die Temperaturen in Athen auf nur noch 34,6°C. Damit war es 5°C kälter als an den Vortagen. Zum Vergleich: In Antalya waren es zu diesem Zeitpunkt noch über 43°C.

Auch am 23. und 24. August sorgte ELISA für sehr hohe Niederschlagsmengen in Osteuropa. In Russland und Weißrussland fielen vereinzelt mehr als 70 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden (z.B. Witebsk – Weißrussland 71 Liter pro Quadratmeter). ELISA war mittlerweile so kräftig ausgeprägt, dass sie die Überreste von DÖRTHE in sich aufnahm.

Am 25. August blieb ELISA nahezu ortsfest über Russland. Dieses sorgte wiederum für größere Niederschlagsmengen in Russland und dem Baltikum (z.B. Minsk 23 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden). Die Nachttemperaturen waren mit 17°C relativ hoch, allerdings waren die Tagestemperaturen mit nur wenig über 20°C  nicht gerade sommerlich.

Am 26. und 27. August löste sich ELISA langsam auf. Ihre Fronten waren weitestgehend okkludiert und nur noch wenig wetterwirksam. Am 27. August wurde ELISA letztmalig in den Wetterkarten geführt. Ihr Kerndruck lag zwar konstant bei weniger als 1015 hPa, allerdings waren nur noch geringe Druckgegensätze über Osteuropa vorhanden. Das Zentrum lag wie in den Vortagen über Russland.

Insgesamt legte ELISA auf ihrem Weg von der Ukraine über Weißrussland bis nach Russland mehr als 300 km zurück. Ihre Lebensdauer betrug mit 7 Tagen etwas mehr als die durchschnittliche Lebensdauer von Tiefdruckgebieten (4-5 Tage). Sie brachte dem mittel- und osteuropäischen Festland teilweise ergiebige Regenmengen mit mehr als 70 Liter pro Quadratmeter und die ersehnte Abkühlung im östlichen Mittelmeer.


Geschrieben am 12.09.2006 von Thomas Schartner

Wetterkarte: 24.08.2006

Pate: Markus Mellert