Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  ERICH

(getauft am 16.01.2009)

 

Bereits am 15.01. zeigte sich vor Neufundland ein ausgeprägtes Tiefdruckgebiet, das am Folgetag auf den Namen ERICH getauft wurde. Das Tief ERICH zog zunächst zur Südspitze Grönlands, die es am 16.01. erreichte. Der Kerndruck war auf unter 950 hPa gefallen, womit sich der Wirbel zu einem ausgeprägten Sturmtief entwickelt hatte. Dabei erfasste ERICH zusammen mit dem vorhergehenden Tiefdruckgebiet weite Teile des Nordatlantiks.

Am 17.01. erreichte das Tiefdruckgebiet mit seinem Zentrum Island, wobei der Kerndruck in der Zwischenzeit auf etwa 960 hPa angestiegen war. Das zu ERICH gehörende Frontensystem überstrich nun auch Westeuropa. In diesem Zusammenhang meldeten die Wetterstationen in Stornoway und Glasgow am Morgen des 17.01. eine 24-stündige Regenmenge von 7 Liter pro Quadratmeter, in Plymouth wurden noch 5 Liter Regen pro Quadratmeter im gleichen Zeitraum registriert.

Am nächsten Tag wurde das Tief ERICH mit seinem Zentrum und nahezu unverändertem Kerndruck westlich von Island auf den Wetterkarten analysiert. Die große räumliche Ausdehnung des Tiefdruckgebiets, die den Nordatlantik und Westeuropa erfasste, konnte nun jedoch nicht mehr ERICH alleine zugeschrieben werden, sondern auch dem nachfolgenden Tiefdruckgebiet FRANK, das sich an der Südflanke ERICHS ebenfalls zu einem heftigen Sturmtief entwickelt hat und die Küste Schottlands mit Regen und Wind erreichte.

Vorlaufend dieses neuen Systems erstreckten sich die alternden Frontenzüge des Tiefs ERICH auch nach Deutschland. Damit zogen vor allem in der Westhälfte Deutschlands kompakte Wolkenfelder auf, aus denen  gelegentlich leichter bis mäßiger Regen fiel. Das allmähliche Einsickern der milderen Atlantikluft ließ das Quecksilber verbreitet auf Werte bis 7°C ansteigen, wie beispielsweise am 18.01. in Bonn und Braunschweig.

Auf dem Weg nach Osten schwächten sich die Niederschlagssignale ab, so dass nur vereinzelt leichter Regen oder etwas Schnee in den Mittelgebirgslagen fiel. Aber auch hier machte sich die milde Luft nun bemerkbar und brachte auch die letzten Schneereste in Brandenburg und Sachsen zum Schmelzen.

Letztendlich ging ERICH in dem nachfolgenden Tiefdruckgebiet FRANK auf und konnte am 20.01. nicht mehr auf der Berliner Wetterkarte analysiert werden.


Geschrieben am 30.01.2009 von T. Pagenkopf

Wetterkarte: 16.01.2009

Pate: Erich Hofmann