Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  ERIKA

(getauft am 15.05.2006)

 

 

 

Das Tiefdruckgebiet ERIKA löste sich am 15.05.2006 westlich der Britischen Inseln vom Tiefdrucksystem CONDOLEZZA ab. Es zog weiter nach Osten und spaltete sich schließlich in zwei Zentren, ERIKA I und ERIKA II, auf.

In der Nacht zum 16.05. bildeten sich an der Warmfront schauerartig verstärkte Regengebiete, die vor allem in Mecklenburg und Schleswig-Holstein für Niederschlagshöhen bis zu 10 mm sorgten. In Bayern und Baden-Württemberg entwickelten sich in der zunehmend labil geschichteten, feuchten Warmluft Schauer und Gewitter, die bis zum Vormittag andauerten und sich zum Teil auch verstärkten. Die Temperaturen erreichten maximal 18°C-24°C. Im Süden Deutschlands lagen die Werte der pseudopotentiellen Temperatur bei 40°C und es entluden sich zum Abend weitere Schauer und Gewitter, die örtlich mit Starkregen verbunden waren. So fielen z.B. in Günzburg zwischen 06 und 18 UTC 30 mm Regen, davon allein 24,5 mm zwischen 13 und 14 UTC.

An der über den Mittelgebirgsraum verlaufenden Kaltfront bildete sich im Tagesverlauf eine Welle, die am späteren Abend von Westen her auf Rheinland-Pfalz und das Saarland mit einem umfangreichen Gewittercluster übergriff und während der Nachtstunden etwa entlang des Mains ostwärts zog. In einem breiten Streifen um Main und Mosel fielen innerhalb von 12 Stunden bis zum Morgen des 17.05. verbreitet zwischen 10 und 30 mm Regen. Vereinzelt lagen die Werte auch noch darüber, wie in Darmstadt mit 34 mm.

Das Teiltief ERIKA II zog rasch Richtung Osten und lag am 17.05. über Weißrussland, während Tief ERIKA I noch westlich der Britischen Inseln lag und sich auflöste. ERIKA  über Weißrussland verlagerte sich schnell weiter ostwärts und war ab dem 19.05.2006 nicht mehr in der Berliner Wetterkarte zu sehen.

 


Geschrieben am 25.05.2006 von Andrea Schöne

Wetterkarte: 16.05.2006

Pate: Erika Fritsche