Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  EWALD

(getauft am 08.05.2007)

 

 

Am Tag vor der Namensgebung des Wirbels EWALD zog Tief CARSTEN, das sich zu diesem Zeitpunkt ca. 1500km südlich von Island befand, seine Kaltfront in einem weiten Bogen auf ca. 45° nördlicher Breite in west-östlicher Richtung mit sich. Südlich dieser Kaltfront befand sich das Wolken auflösende und hoch reichende Azorenhoch, in dessen Einflussbereich von Spanien bis ungefähr 40° West ein meist schwacher Wind wehte und selbst nachts die Temperaturen nicht unter 23°C zurückgingen. Zur selben Zeit lagen die Temperaturen nur ca. 1000km entfernt bei etwa 5°C. Durch diesen großen Gegensatz konnte sich an der Kaltfront ein neues Tief bilden, was am 08.05. schließlich auf den Namen EWALD getauft wurde.

Bereits einen Tag später erreichte seine Warmfront den Norden Deutschlands und sorgte dort erst für einige Schauer, in der Folge dann für verbreiteten Niederschlag mit meist um 5 l/m² in 12 Stunden.

Am 10.5. hatte er sich bereits vor Irland eingefunden und seine Kaltfront lag von der Bretagne bis nach Norddeutschland. Die Tiefstemperaturen sanken nachts in ganz Deutschland auf unter 10°C, tagsüber wurden aber dank aufgelockerter Bewölkung im Norden Deutschlands noch 15 bis 18°C erreicht.

Am 11.5. zeigte sich, dass sich hinter dem Hauptzentrum von EWALD südwestlich von Irland ein zweiter Kern gebildet hatte, der fortan als EWALD II bezeichnet wurde. Während EWALD I nach Skandinavien und dann weiter nach Russland abzog, entwickelte EWALD II noch eine für Deutschland wetterwirksame Tätigkeit. In der labilisierten Luft der Warmfront entstanden in der Nacht Gewitter, die im Norden teils erhebliche Niederschläge brachten. Am meisten fiel im Harz mit 21 l/m² in 12 Stunden. Die mit der Kaltfront verbundenen Starkwinde erreichten Windstärke 7, die Böen sogar Stärke 9 bis 11 (orkanartiger Sturm). So wurde in Chemnitz am Vormittag ein Maximalwind von über 100km/h gemessen.

In der Nacht zum 12.5. hatte sich EWALD dann bis nach Minsk verlagert, am 13.5. den Ural erreicht bis er dann am 15.5. aus dem Ausschnitt der Berliner Wetterkarte verschwand.

 


Geschrieben am 11.07.2007 von Norbert Rupsch

Wetterkarte: 10.05.2007

Pate: Dr. Ewald Priessnitz