Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  FRANZISKA

(getauft am 21.12.2006)

 

 

Bereits am 20.12. zeichnete sich über dem Nordatlantik die Bildung eines neuen Tiefdruckgebietes ab, das am 21.12. mit seinem Zentrum südöstlich von Neufundland lag und dort auf den Namen FRANZISKA getauft wurde. Ihr Kerndruck betrug um 1000 hPa.

FRANZISKA zog zunächst rasch in Richtung Nordosten und befand sich am 22.12. östlich von Neufundland und südlich von Grönland. Ihr Kerndruck war sehr stark auf 985 hPa gefallen, FRANZISKA hatte sich zu einem Sturmwirbel entwickelt. Den nordöstlichen Kurs fortsetzend erreichte sie am 23.12. die Südküste Grönlands und die Westküste Islands. Dabei betrug der Kerndruck auf der offenen See um 970 hPa. Reykjavik meldete einen Luftdruck von 992 hPa, Angmagssalik, die größte Siedlung an der Südostküste Grönlands, 983 hPa.

FRANZISKA zog sehr schnell über Island nach Skandinavien und erreichte am 24.12. den Süden Finnlands. Der Kerndruck war auf 1005 hPa gestiegen, sie hatte ihre stärkste Ausprägung bereits hinter sich und sich schon stark abgeschwächt. Das zu FRANZISKA gehörende Frontensystem überstrich die Britischen Inseln, Dänemark und die südlichen Teile Nordeuropas. Nennenswerte Niederschlagsmengen konnten dabei nur in Bergen auf der Skandinavischen Halbinsel gemessen werden: Bergen meldete am Morgen des 24.12. Sprühregen und eine 24-stündige Niederschlagsmenge von 25 Liter pro Quadratmeter. Auch die Inseln im Europäischen Nordmeer erreichten größere Mengen Regen, so fielen auf Jan Mayen 3 Liter pro Quadratmeter, auf den Färöer Inseln 10 Liter pro Quadratmeter. Der Okklusionspunkt von FRANZISKA verlagerte sich weiter ostwärts und befand sich am 25.12. östlich von Moskau. Hier war das Tiefdruckgebiet FRANZISKA letztmalig auf unserem Wetterkartenausschnitt erkennbar.

 


Geschrieben am 01.02.2007 von Thorsten Pagenkopf

Wetterkarte: 23.12.2006      

Pate: Franziska Zillig