Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  FRIEDEGUNDE

(getauft am 19.03.2006)

 

 

 

Im Verlauf des 18. März 2006 entwickelte sich ein Tiefdruckwirbel über dem West-Atlantik nordwestlich der Iberischen Halbinsel, welcher feuchte Meeresluft mit sich führte und Malaga innerhalb von 12 Stunden 61 Liter Regen pro Quadratmeter bescherte. Am 19. März wurde das Tief auf den Namen FRIEDEGUNDE getauft.

In der Nacht bildete sich bei Algerien ein Teiltief, auf dessen Vorderseite warme Festlandsluft zur afrikanischen Mittelmeerküste vordringen konnte. FRIEDEGUNDE blieb stationär und schwächte sich im Tagesverlauf leicht ab. Schauer und vereinzelte Gewitter brachten innerhalb von 12 Stunden gebietsweise Niederschlagssummen von über 20 mm.

Am Folgetag bewegte sich FRIEDEGUNDE weiter ostwärts, blieb aber nördlich von Spanien und westlich der französischen Atlantikküste. In der Nacht zum 21. März erreichte das mit FRIEDEGUNDE verbundene Niederschlagsgebiet den Südwesten Deutschlands. Das Tief selbst befand sich dagegen weiterhin über dem Golf von Biscaya. Die Okklusion von FRIEDEGUNDE vereinigte sich dabei mit der über Norddeutschland liegenden Luftmassengrenze, an der leichter Schneeregen auftrat. Es kam zu starken Temperaturdifferenzen, sodass am Mittag des 21. März in Frankfurt/ Main 3°C und in München frühlingshafte 13°C gemessen wurden. Auch in der Nacht zum 22. März blieben diese starken Temperaturunterschiede innerhalb Deutschlands bestehen. In Berlin gab es, für die Jahreszeit eher selten, Nachtfrost. In Süddeutschland regnete es nochmals, nur in höheren Lagen fiel Schnee.

Am 22. März zog FRIEDEGUNDE etwas ostwärts und löste sich über Frankreich langsam auf. Der mit dem Tief verbundene Frontenzug wanderte dagegen weiter südwärts, sodass die kühle Luft schließlich auch den Bodensee erreichte. Einen Tag später verschwand FRIEDEGUNDE von den mitteleuropäischen Wetterkarten.

 

 


Geschrieben am 30.03.2006 von Sophie Oberländer

Wetterkarte: 21.03.2006

Pate: Sabine-Friedegunde