Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  GABI

(getauft am 13.01.2006)

 

 

Am 12.01. zeigte sich auf unserem Wetterkartenausschnitt über dem Westen Labradors ein neues Tiefdruckgebiet, das am 13.01. auf den Namen GABI getauft wurde.

GABI zog schnell ostwärts und lag am 13.01. mit ihrem Zentrum über Neufundland, hier wurde der Kerndruck zu 980 hPa gemessen. Bereits am 14.01. erreichte GABI das Seegebiet nördlich der Azoren. Nun war der Kerndruck auf nur noch 975 hPa gesunken. GABI hatte sich zu einem Sturmtief entwickelt: Nördlich der Azoren wurde eine Windgeschwindigkeit von 55 Knoten (gut 100 km/h) gemessen. 

GABI zog als weniger stark ausgeprägtes Sturmtief weiter in Richtung Nordosten und erreichte am 15.01. die Südküste Islands. Hier wurde eine Windgeschwindigkeit von 40 Knoten gemessen, das sind knapp 75 km/h. Der Luftdruck betrug  knapp 975 hPa. Reykjavik meldete am Morgen des 15.1. Schneeschauer. Die Windgeschwindigkeit betrug um 7 Uhr jedoch nur 8 km/h. Über Island und auch über die norwegische Insel Jan Mayen zog GABI schnell hinweg in das Europäische Nordpolarmeer. Dabei konnte am 15.1. auch auf Jan Mayen Schneefall beobachtet werden.

Am 16.01. erreichte GABI das Seegebiet zwischen der Nordostküste Grönlands und der Inselgruppe Spitzbergen. Der Luftdruck im Zentrum des Tiefdruckgebietes GABI  lag hier immer noch bei nur 975 hPa. Auf der Bäreninsel zwischen der Nordküste Norwegens und Spitzbergen wurde eine Windgeschwindigkeit von 25 Knoten gemessen (ca. 45 km/h). Bis zum Morgen des 16.1. wurden auf Jan Mayen 12 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen, während auf Spitzbergen nur 2 Liter pro Quadratmeter fielen. Um 7 Uhr am 16.1. meldete Spitzbergen Regen.  Das zu GABI gehörende Frontensystem erreichte Irland und Britannien, blieb jedoch wenig wetterwirksam: Am Morgen des 15.1. meldeten lediglich Shannon und Stornoway Regen. Bis zum Morgen des 16.1. fielen in Shannon nur 3 Liter Regen pro Quadratmeter, während in Stornoway 19 Liter pro Quadratmeter registriert wurden. Glasgow meldete für die vergangenen 24 Stunden 12 Liter pro Quadratmeter, wobei es hier auch am Morgen des 16.1. noch regnete. GABI zog weiter nordwärts in das Nordpolarmeer und konnte am 17.01. auf unserem Wetterkartenausschnitt nicht mehr erkannt werden.

 

Geschrieben am 13.02.2006 von Thorsten Pagenkopf

Wetterkarte: 14.01.2006       

Pate: Gabi Ruchel