Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  GABY

(getauft am 26.08.2006)

 

 

Das Tiefdruckgebiet GABY entstand am 26.08.2006 südlich von Island mit einem Kerndruck von 1000 hPa. Die Ausläufer beeinflussten besonders den äußersten Süden Deutschlands. So fielen in der Nacht zum 27.08. im Schwarzwald zum Teil mehr als 10 l/m², wie z.B. in Freudenstadt mit 14 l/m² oder auf dem Feldberg mit 11 l/m². In den Alpen waren es stellenweise mehr als 20 l/m² in 12 Stunden, wie in Säntis-Appenzeller Alpen und Paganella-Dolomiten mit jeweils 26 l/m².

Im Norden Deutschlands bildeten sich am Vormittag des 27.08. verbreitet Schauer und Gewitter mit Schwerpunkt entlang der Küsten von Nord- und Ostsee, aber auch im Süden Berlins wurde bereits kurz nach 08 Uhr MESZ ein Gewitter beobachtet. Während hier nur etwas mehr als 2 l/m² gemessen wurden, fielen an der Vorpommerschen Ostseeküste 14 l/m² (Barth) und 23 l/m² (Rostock-Warnemünde) in 6 Stunden. Auch die Temperatur erreichte am Vortag in Deutschlands meist nur Werte um 20°C, bei längeren sonnigen Abschnitten auch 22°C und mehr. Am wärmsten war es in Neubrandenburg, wo mit 25,2 °C ein Sommertag verbucht werden konnte.

Die nächtlichen Temperaturen lagen im Thüringer Wald meist sogar unter 10°C, sonst wurde außer in küstenahen Orten fast überall die 15°C-Marke unterschritten. GABY verlagerte sich mit einem zweiten Kern (GABY II) nach Südschweden. Der ursprüngliche Kern (GABY I) blieb über dem Seegebiet zwischen Island und Schottland zurück. Auf dem Infrarotbild sind diese beiden Kerne schön am Wolkenband zu erkennen, welches sich von Island bis Südskandinavien zieht. GABY zog als ursprünglicher Tiefdruckkern weiter nach Osten bis vor die Küste Norwegens, wo es einige Tage stationär blieb und sich mehr und mehr abschwächte. Am 02.09. konnte GABY nicht mehr in der Berliner Wetterkarte analysiert werden.

 


Geschrieben am 08.10.2006 von Christopher Kadow

Wetterkarte: 28.08.2006

Pate: Gabriele Danert