Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet GERTRUD

(getauft am 18.05.2006)

 

 

Am 18. Mai 2006 tauchte GERTRUD östlich von Kanada erstmals auf dem mitteleuropäischen Wetterkartenausschnitt auf. Das Tief verlagerte sich schnell in Richtung Europa und befand sich mit seinem Zentrum am Morgen des 20. Mai bereits kurz vor Großbritannien.

Bereits am gleichen Tag griff die Okklusion von GERTRUD auf das Rheinland über, das damit verbundene Niederschlagsgebiet überspannte den gesamten Westen Deutschlands. In seinem Einflussgebiet fielen erhebliche Niederschlagsmengen, mit Maximalwerten im Westharz von beispielsweise 40,3 l/m² in Braunlage. Ostwärts schwächten sich die Niederschläge ab – in Magdeburg wurden nur noch 2 l/m² gemessen. Zudem wurden schwere Sturmböen, in Würzburg sogar Orkanböen registriert.

GERTRUD setzte ihren Weg mit hoher Geschwindigkeit fort und erreichte mit Ihrem Zentrum am 21. Mai bereits Jütland. Das mit der Zyklone verbundene Frontensystem verlagerte sich ebenfalls rasch und überquerte dabei ganz Mitteleuropa von West nach Ost. In Ostdeutschland und auf den Gipfeln der Mittelgebirge wurden nochmals vereinzelt Sturm- und Orkanböen registriert. Auf der Rückseite des Systems gelangte kühle Meeresluft nach Deutschland. Bis auf wenige Ausnahmen wurden nur noch Höchsttemperaturen zwischen 14°C und 19°C erreicht.

Am 22. Mai befand sich GERTRUD über Sankt Petersburg. Das Frontensystem war immer noch kräftig ausgebreitet, konnte aber nur noch geringfügigen Einfluss auf Osteuropa ausüben. In den Folgetagen verlagerte sich GERTRUD weiter ostwärts und verschwand am 26. Mai 2006 über Sibirien von den mitteleuropäischen Wetterkarten.

 


Geschrieben am 22.06.2006 von Katrin Krüger

Wetterkarte: 22.05.2006

Pate: Gertrud Philipp