Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  GODA

(getauft am 11.11.2006)

 

 

Am 11. November bildete sich bei Labrador ein Sturmtief, das auf den Namen GODA getauft wurde. GODA zog weiter in Richtung Island. Am Vormittag des 13.11. griff ein ausgedehntes Regengebiet von Westen her auf Deutschland über, das an der Warmfront des Islandwirbels GODA entstanden war.

Der Tiefdruckwirbel bewegte sich nur wenig nach Osten weiter. Seine lang gestreckte Okklusionsbewölkung zeichnete sich über dem europäischen Nordmeer und südlich von Island gut im Satellitenbild ab (siehe beigefügte Wetterkarte). Am 15. November hatte sich das über dem äußersten Nordostatlantik und dem Nordmeer befindliche Tief deutlich abgeschwächt und in viele einzelne Kerne aufgespalten, wobei der in Zugrichtung vorderste Tiefkern südlich von Spitzbergen angelangt war.

An der Südseite dieses lang gestreckten Tiefdrucksystems wölbte sich das Strömungsfeld der Frontalzone über Mittel- und Westeuropa in der mittleren Troposphäre zu einer langen antizyklonalen Welle auf. In den unteren troposphärischen Schichten war dieser Vorgang mit einem großräumigen Warmluftvorstoß verbunden, so dass sich die von Südwesten heranwehende subtropische Meeresluft (mS) auch im nördlichen Deutschland nach der Passage der Warmfront mit zunehmender Durchmischung allmählich nun auch bis zum Boden durchgesetzt hatte. So stieg die Temperatur zum Mittagstermin an der Dahlemer Station auf etwas über 15°C. Ähnliche Werte gab es in ganz Deutschland. Selbst an der Nord- und Ostseeküste wurden bei ablandigem Wind Werte von 13-14°C gemessen. Noch etwas wärmer war es im Westen und besonders im Südwesten Deutschlands, wobei in Karlsruhe 19,8°C gemeldet wurden. In Konstanz und in Bregenz am Bodensee, wo sich längere Zeit Nebel in der Nähe des schon relativ kalten Bodenseewassers gehalten hatte, lag die Temperatur nur bei 10°C.

Das Tief GODA I behielt seinen nach Norden gerichteten Kurs bei und erreichte während der Nacht zum 17.11. die nördliche Grönland-See. Das Tief GODA II befand sich über dem Nordostatlantik. Am 18. November verschwand GODA I von der Wetterkarte und GODA II ging in dem Wirbel HILDBURG auf. 

 

 


Geschrieben am 19.01.2007 von Sabrina Schmidt

Wetterkarte: 13.11.2006

Pate: Simone Goda Sporn