Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  GÜLCIHAN

(getauft am 23.12.2006)

 

 

Am 22.12. zeichnete sich vor der Ostküste Neufundlands die Entstehung eines neuen Tiefdruckgebietes ab, das am 23.12. auf den Namen GÜLCIHAN getauft wurde. Der Luftdruck betrug im Entstehungsgebiet um 1000 hPa.

GÜLCIHAN zog zunächst in Richtung Nordosten. Dabei entwickelte sie sich rasch zu einem Sturmwirbel. Am 23.12. befand sie sich mit einem Kerndruck von 990 hPa südlich von Grönland, am 24.12. erreichte sie die Südostküste von Grönland. Der Kerndruck war auf 975 hPa gefallen. Das zu GÜLCIHAN gehörende Frontensystem griff auf Island über und brachte dort ergiebigen Regen: In Kirkjubrejarklaustur an der Südküste Islands fielen 44 Liter Regen pro Quadratmeter, während an der Ostküste durch Föhneinfluss in Vopnof Jordur die Temperatur auf 14,6°C stieg. Auch in Skandinavien wurde es milder.

Am Morgen des 24.12. meldete Angmagssalik an der Ostküste Grönlands eine Windgeschwindigkeit von 35 km/h und Reykjavik sogar 52 km/h, dies entspricht Windstärke 7. Am 25.12. konnte auf unserer analysierten Bodenwetterkarte erkannt werden, das sich GÜLCIHAN in zwei Teiltiefdruckgebiete aufspaltete: GÜLCIHAN I befand sich mit einem Kerndruck von 985 hPa über Angmagssalik, GÜLCIHAN II weiter nordöstlich mit einem Kerndruck von 995 hPa.

GÜLCIHAN zog nun unter erneuter Verstärkung sehr schnell weiter in den Arktischen Ozean hinein. Am Morgen des 26.12. befand sich GÜLCIHAN mit ihrem Zentrum bereits nördlich von Spitzbergen. Der Kerndruck betrug dort um 965 hPa. Am Morgen des 25.12. meldete Spitzbergen Schneetreiben und eine Windgeschwindigkeit von 40 km/h. Bis zum Morgen des 26.12. betrug die Niederschlagsmenge 4 Liter pro Quadratmeter. Anschließend zog GÜLCIHAN in Richtung Südosten auf Russland zu und brachte dort wieder Milderung.

Am 27.12. befand sich GÜLCIHAN mit ihrem Zentrum nördlich des Nordkaps, der Kerndruck war wieder leicht auf 970 hPa gestiegen. Am 28.12. erreichte GÜLCIHAN Archangelsk am Weißen Meer, der Kerndruck war erneut leicht auf 975 hPa gestiegen. GÜLCIHAN setzte in Russland recht milde Luft durch, so dass in Moskau leichtes Tauwetter einsetzte und nachts die Temperatur nur auf 1°C zurück ging. GÜLCIHAN zog weiter nach Osten und erreichte am 29.12. den Ural, der Kerndruck stieg erneut nur leicht auf 980 hPa. Am 30. und 31.12. lag sie über dem westsibirischen Flachland. Im neuen Jahr konnte GÜLCIHAN auf unserem Wetterkartenausschnitt nicht mehr erkannt werden.

 


Geschrieben am 05.02.2007 von Thorsten Pagenkopf              

Wetterkarte: 24.12.2006

Pate: Ibrahim Kahya