Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  HANA

(getauft am 27.08.2006)

 

 

Das Tiefdruckgebiet HANA entstand am 27.08.2006 südlich von Neufundland mit einem Kerndruck von 1015 hPa, es verlagerte sich in den nächsten Tagen nur sehr wenig.

Bis zum 29.08. sank der Kerndruck auf 985 hPa. Grund hierfür war der ehemalige Tropensturm DEBBY, der sich unter Abschwächung in den außertropischen Bereich verlagerte. Der Rest tropischer Konvektion und Vorticity entfaltete sich im Tief HANA. Es entwickelte sich somit zu einem starken Wirbel.

Das Tief zog in den nächsten Tagen weiter ostwärts. Die Warmfront von HANA erreichte am 31.08. den Westen Deutschlands, was an den Wolkenfeldern im Satellitenbild auf Seite 3 zu erkennen ist. Sie erstreckten sich vom Nordwesten Ostfrieslands bis zum Niederrhein. In den darauf folgenden Nachtstunden fielen an der ostwärts ziehenden Warmfront in Norddeutschland gebietsweise über 10 Liter Regen pro Quadratmeter, wie z.B. in Freiburg an der Elbe mit 12 l/m². Nach dem Durchzug der Warmfront setzte sich in Mitteleuropa von Südwesten her warme, teilweise aber auch feuchte Luft durch. Selbst nach dem Durchzug hielt sich über dem Norddeutschen Flachland noch ein Regengebiet, das über Berlin sogar überraschend kräftig ausfiel. So meldete der Flughafen Tempelhof am Vormittag des 02.09. eine Regenmenge von 9 l/m², während in Potsdam nur 0,8 l/m² registriert wurden. Danach lockerte die Bewölkung nur wenig auf, doch in der feucht-warmen Meeresluft wurde in Berlin noch die 20°C-Marke überschritten.

Im Süden und Südwesten Deutschlands, wo die Sonne verbreitet länger als 10 Stunden schien, gab es sogar wieder Sommertage. In Karlsruhe wurde eine Temperatur von 26,4 °C erreicht. Auch im Osten Deutschlands stieg die Temperatur am 02.09. verbreitet über die 25°C-Marke. Die am Mittag über dem Westen gelegene Kaltfront war nur schwach ausgeprägt und brachte verhältnismäßig geringen Regen. Infolge der meist dichten Bewölkung lag die Temperatur in der Nacht zum 03.09. in Deutschland verbreitet über 15°C. Tief HANA schwächte sich in den darauf folgenden 24 Stunden weiter ab und wanderte dabei südlich von Island etwas nach Westen. Ab dem 05.09. konnte das Tief HANA nicht mehr in den Wetterkarten analysiert werden.

 

 


Geschrieben am 08.10.2006 von Christopher Kadow

Wetterkarte: 31.08.2006

Pate: Hana Hofmann-Albertini, www.antenne-bayern.de