Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  HILDBURG

(getauft am 15.11.2006)

 

 

Am 15. November entstand ein noch schwaches Wellentief namens HILDBURG vor der westlichen Biskaya, das einen großen Warmsektor mit subtropischer Luft aufwies. Bemerkenswert war dabei der an der Rückseite von HILDBURG in Gang gekommene Kaltluftvorstoß arktischer Meeresluft. So zeigte sich auf dem Nordostatlantik im 500-hPa-Niveau ein kräftig ausgeprägter Höhentrog.

Eine von einem Schiff aufgelassene Radiosonde wies auf einer geographischen Breite von ca. 48°N in eben jenem Niveau eine Temperatur von -31°C auf. Das gleiche Schiff hatte einen Tag zuvor auf derselben Breite, aber noch etwas weiter westlich einen Wert von -17°C ermittelt.

HILDBURG zog weiter in nördliche Richtung und hatte sich bei seiner relativ langsamen Verlagerung bis zum 17.11. auf einen Kerndruck von unter 960 hPa vertieft. Die Kaltfront von HILDBURG, die schon am Abend zuvor im westlichen Deutschland zu zeitweiligen Regenfällen geführt hatte, kam über Deutschland wegen der recht steilen nach Nordnordost gerichteten troposphärischen Strömung verhältnismäßig langsam nach Osten voran und hatte bis zum Mittagstermin des 17.11. den Berliner Raum noch nicht erreicht. So stiegen dort die Temperaturen zum dritten Mal hintereinander auf über 15°C. In Manschnow im Oderbruch wurden sogar 17°C als Höchstwert erreicht. Auch in Polen gab es nochmals gebietsweise für diese Jahreszeit ungewöhnlich hohe Maxima. In Liegnitz und Krakau stieg die Temperatur bis 17°C, selbst an der polnischen Ostseeküste wurden verbreitet 14°C gemessen.

Am 19. November zog der Tiefdruckwirbel unter erheblicher Abschwächung nach Spitzbergen und verschwand am 20. November von der Berliner Wetterkarte.

 


Geschrieben am 22.01.2006 von Sabrina Schmidt

Wetterkarte: 16.11.2006

Pate: Dr. Jürgen Friese