Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet HILTRUD

(getauft am 19.05.2006)

 

 

Am 19. Mai erschien HILTRUD erstmals östlich von Kanada auf den mitteleuropäischen Wetterkarten. In den Folgetagen intensivierte sich das Tiefdruckgebiet und verlagerte sich weiter Richtung Europa.

Bis zum 21. Mai hatte sich das Tiefdruckgebiet weiter verstärkt und befand sich bereits westlich der Britischen Inseln. Sein Kerndruck betrug nur noch 975 hPa, wobei der Höhepunkt der Entwicklung in der Nacht zum 22. Mai bereits überschritten war. Die einsetzende Okklusion brachte Großbritannien starken Dauerregen und für diese Jahreszeit mit Maximalwerten um 7°C recht niedrige Temperaturen. Auf der Vorderseite von HILTRUD drehte die Strömung, sodass Deutschland in den Einfluss subtropischer Meeresluft gelangte. Das hatte zur Folge, dass in Süddeutschland die Temperaturen teilweise auf 29°C anstiegen, wogegen in der Kaltluft auf der Rückseite der Front beispielsweise in Frankfurt/Main nur Werte um 15°C registriert wurden. Am Nachmittag und Abend wurden auf der Rückseite des sich weiter ostwärts verlagernden Sturmwirbels HILTRUD verbreitet Gewitter mit starken Schauern registriert. In Berlin erreichte der Wind Spitzenwerte der Stärke 7, in Norddeutschland sogar Maximalwerte der Stärke 9.

Am Morgen des 23. Mai befand sich HILTRUD über der Deutschen Bucht, von wo aus sie sich nordostwärts bis nach Mittelschweden verlagerte und abschwächte.

Die Okklusion reichte am Mittag des 23. von der Ostsee bis nach Belgien, womit Regen und kurze Gewitter verbunden waren. Die Warmluft, die sich am Tag zuvor im Westen Deutschlands ausgebreitet hatte, wurde schnell wieder verdrängt und durch kühle Meeresluft ersetzt. In München wurden, bei einem Temperaturabfall von 15°C im Vergleich zum Vortag, nur noch Höchsttemperaturen von 14°C erreicht.

HILTRUD zog am 24. Mai weiter gen Norden und vereinigte sich über Nordskandinavien mit einem kleineren Tiefdruckwirbel, bevor sie sich am 25. Mai wieder westwärts bewegte. Am 26. Mai befand sich das Tiefdruckgebiet über dem Nordmeer, schwächte sich ab und verblieb dort zunächst.

Am 29. Mai hatte HILTRUD sich dann vollständig aufgelöst und verschwand von den mitteleuropäischen Wetterkarten.

 


Geschrieben am 22.06.2006 von Sophie Oberländer

Wetterkarte: 24.05.2006

Pate: Hiltrud Krause