Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  JEANNETTE

(getauft am 17.01.2006)

 

Ein über Neufundland entstandenes Tiefdruckgebiet wurde am Dienstag, den 17.01.2006 auf den Namen JEANNETTE getauft. Die Wetterstation in Gander [Neufundland] registrierte an diesem Tag eine 24-stündige Niederschlagsmenge von 3 Litern pro Quadratmeter, die Tageshöchsttemperatur lag bei +3°C.

Schon am nächsten Tag [Mittwoch, den 18.01.06] befand sich der Tiefdruckwirbel vor der Südspitze Grönlands. JEANETTE hatte ihr Zentrum also innerhalb von 24 Stunden um 1000 Kilometer nach Nordosten verlagert. Auf dem Weg dorthin hatte sich der Wirbel verstärkt. JEANNETTE konnte an diesem Tag sogar als nordatlantisches Sturmtief betrachtet werden. Der Kerndruck war zum Beispiel auf 960 Hektopascal gefallen.

Das Tiefdruckgebiet bestimmte den Wetterablauf über Südgrönland und Island; nennbare Niederschläge wurden jedoch nicht verzeichnet.       

Am Donnerstag [19.01.06] lag das Zentrum des Tiefs vor der Westküste Islands. Geringer gewordene Temperatur- und Druckunterschiede hatten zu einer Abschwächung des Kerndruckes und des Hauptwindfeldes geführt. So lag der Kerndruck beispielsweise nur noch bei 975 Hektopascal. Der Wetterablauf des Tiefs beschränkte sich auf Island. In Reykjavik blieb es aber trocken und die Temperatur stieg auf 2°C über Null.  

Bis zum nächsten Tag [Freitag, den 20.01.06] verlagerte sich das Tief nur wenig.

Der Kern lag vor der Ostküste Islands und die Frontensysteme von JEANNETTE bestimmten den Wetterablauf über Schottland, Großbritannien, Irland, Norwegen, den Benelux-Ländern sowie über Norddeutschland. Die Wetterstation in Angermünde meldete an diesem Tag 4cm Neuschnee und die Station in Bornholm registrierte mit 12 l/m² die größte 24-stündige Niederschlagsmenge. In den anderen betroffenen Ländern lagen die Mengen verbreitet bei unter 2 Litern pro Quadratmeter.

JEANNETTE zog weiter nach Nordosten und lag am Samstag über der kleinen Normeer-Inselgruppe Jan Mayen. Der Tiefdruckwirbel hatte seinen Einfluss auf das Wetter in Mitteleuropa verloren. Interessant war jedoch die von JEANNETTE weit nach Norden transportierte Warmluft aus gemäßigten Breiten, welche bis nach Island vorstoßen konnte. So stieg die Temperatur in Reykjavik auf 3,4°C, in Skjaldthingsstadir sogar auf 6°C. Zum Vergleich: Die Tageshöchsttemperatur in Norwegen  lag an diesem Tag um -10°C. Die größte 24-stündige Niederschlagssumme wurde von der Wetterstation in Thorshavn [Färöer-Inseln] gemeldet; Sie lag bei 20 Litern pro Quadratmeter.

Im Laufe des nächsten Tages verschwand JEANNETTE aus dem Einzugsgebiet der Berliner Wetterkarte.


Geschrieben am 14.02.2006 von Ronny Büttner

Wetterkarte: 20.01.2006

Pate: Jeannette Bennemann