Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  JESSICA

(getauft am 28.12.2006)

 

Am 28. Dezember 2006 bildete sich über dem Nordatlantik ein Tiefdruckgebiet, das auf den Namen JESSICA getauft wurde. Sozusagen "im Schlepptau" vom Tief HENRIETTE, das sich weiter nördlich bei Island befand, wanderte das Tiefdruckgebiet JESSICA schnell über den Atlantik und war am 30. Dezember 2006 um 1 Uhr mitteleuropäischer Zeit bereits vor den Britischen Inseln angelangt. Der Kerndruck betrug ungefähr 975 hPa, dieser Wert wurde bei Schottland in der Region der Hebriden erreicht.

Die Warmfront verlief von Schottland nach Süden ungefähr über London (dort wurden bei einer Höchsttemperatur von 13°C und Regen Windgeschwindigkeiten der Stärke 5 (35 km/h) erreicht) in die Bretagne. In Brest in Nordwestfrankreich wurde als Höchsttemperatur sogar 14°C erreicht. Die Kaltfront des Tiefdruckgebietes JESSICA brachte in Dublin bei wolkigem Wetter Windgeschwindigkeiten von 43 Kilometern pro Stunde (Windstärke 6) und in Plymouth in Südwestengland fielen innerhalb von 24 Stunden 21 Liter Regen pro Quadratmeter. In Bergen reichte es bei Regen und windigem Wetter (47 km/h = Windstärke 6) zu 10°C.

Auf dem Europäischen Wetterbild vom 30. Dezember ist der Wolkenwirbel des Tiefdruckgebietes JESSICA gut zu erkennen. Das oberhalb der Bildmitte sichtbare Gebiet gehört zum Tief HENRIETTE, der zweite Wirbel geht vom Tiefdruckgebiet JESSICA aus und reicht bis weit nach Westeuropa.

Am 31. Dezember 2006 war das Tief JESSICA weiter nach Norden gewandert und lag - mit einem Kerndruck von ungefähr 965 hPa - südlich von Jan Mayen, einer Insel östlich von Island. Auf Jan Mayen war es bedeckt und windig. Am 1. Januar 2007 hatte JESSICA, bei Jan Mayen gelegen, einen Kerndruck von ca. 960 hPa. Auf der Insel führte die nördliche Luftströmung zu Schneeregen bei Temperaturen von maximal 0°C, in der Nacht auf den 1. Januar 2007 war die Temperatur auf -9°C abgesunken. Am 2. Januar 2007 befand sich JESSICA weiter östlich vor der Norwegischen Küste. Jan Mayen lag weiterhin in einer Nordströmung. Die arktische Luft brachte Tageshöchsttemperaturen von gerade einmal -8°C und bei windigen 47 Kilometern pro Stunde Schneetreiben.

Am 3. Januar 2007 befand sich das Tiefdruckgebiet südlich von Spitzbergen, einen Tag später vor der nordnorwegischen Küste. Am 5. Januar 2007 löste sich JESSICA auf und war fortan nicht mehr in der Berliner Wetterkarte verzeichnet.


Geschrieben am 23.02.2007 von Heiko Wiese

Wetterkarte: 30.12.2006

Pate: Jessica Laß