Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  JOCHEN

(getauft am 06.03.2007)

 

Am 06.03. entwickelte sich über dem Nordatlantik an der wellenden Front von Tief IASIUS ein neues Tief, das schnell in Richtung Europa zog und auf den Namen JOCHEN getauft wurde. Betrug am 06.03. der Kerndruck nordwestlich der Azoren noch um 1003 hPa, so fiel er am 07.03. auf unter 995 hPa. JOCHEN hatte nun das Seegebiet vor den Britischen Inseln erreicht.

Am 08.03. konnte die Aufspaltung von JOCHEN in zwei Teiltiefs beobachtet werden: JOCHEN I befand sich dann über Dänemark, der Kerndruck betrug hier knapp 1005 hPa, JOCHEN II befand sich mit einem Kerndruck von rund 1000 hPa bereits über dem westlichen Mittelmeer. JOCHEN II brachte dem Südwesten Europas Sturm- und einzelne Orkanböen: In der Nacht zum 08.03. meldete Alicante 61 kn, Tortosa sogar 69 kn. Im Stau der Pyrenäen regnete es kräftig, in Pamplona fielen innerhalb von 24 Stunden 35 Liter Regen pro Quadratmeter. Auch auf den Balearen wurden auf Menorca 30 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen.

Am Folgetag befand sich JOCHEN I über dem Bottnischen Meerbusen, JOCHEN II erreichte die Ostküste Tunesiens. Bei beiden war der Kerndruck leicht angestiegen. JOCHEN II bescherte Tunesien intensive Wettererscheinungen. So fielen in großen Teilen des Landes innerhalb von 24 Stunden über 20 Liter Regen pro Quadratmeter. Teilweise traten auch Gewitter auf, die die Höchsttemperatur auf 13°C drückte. Die größte Regenmenge wurde mit 62 Liter in Siliana (100 km südwestlich von Tunis) gemessen. An der Ostflanke von JOCHEN II hingegen kam ein warmer Wüstenwind auf, in dem die Temperatur in Begleitung von Sandtreiben auf über 25 °C stieg. Auch am 10.03. hielt die Niederschlagsintensität an: Innerhalb von 24 Stunden fielen in Libyen bis zu 50 Liter pro Quadratmeter, in Tunesien bis zu 39 Liter pro Quadratmeter. An der Südküste Siziliens fielen im gleichen Zeitraum 10 in Gela und 18 Liter pro Quadratmeter in Cozzo Sparado. JOCHEN II konnte am 10.03. über der Großen Syrte erkannt werden, der Kerndruck betrug um 1005 hPa, JOCHEN I über Finnland, auch hier betrug der Kerndruck um 1005 hPa.

Am 11.03. erreichte JOCHEN I die Barentssee, wo er sich auflöste. JOCHEN II konnte als kaum noch ausgeprägtes Tiefdruckgebiet über dem östlichen Mittelmeer noch kurze Zeit existieren und wurde am 12.03. das letzte Mal namentlich auf der Wetterkarte erwähnt.

 


Geschrieben am 07.05.2007 von T. Pagenkopf

Wetterkarte: 08.03.2007       

Pate: Jochen Ehlgen