Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  JOLIE

(getauft am 30.08.2006)

 

 

Mit dem Kern über Westrussland hatte sich am Mittwoch, den 30.08.06 ein Tiefdruckwirbel gebildet, der auf den Namen JOLIE getauft wurde.

Mit einem Kerndruck von 992 hPa verlagerte sich JOLIE nach Nordwesten, sodass sie am 31.08. mit ihrem Zentrum über Weißrussland lag. Zu der Zeit bestimmte noch das Hoch GODELEF mit seinem Zentrum über dem Zentralmassiv besonders in Süddeutschland das Wettergeschehen mit zum Teil wolkenlosem Himmel. Aufgrund der klaren Nacht und der damit verbundenen hohen Ausstrahlung sank die Temperatur in der voran gegangenen Nacht im Raum Schwarzwald örtlich unter 5°C. Während über Deutschland im Allgemeinen eine Wetterberuhigung eintrat, kam es über Weißrussland im Bereich des Wirbels JOLIE zu teils stärkeren Niederschlägen. Die weißrussische Industriestadt Borisow (dt. Barisau) meldete am 31.08. eine 12-stündige Niederschlagsmenge von 28 Liter pro Quadratmeter. In Minsk wurden an dem gleichen Tag insgesamt 27 Liter pro Quadratmeter gemessen. Die Okklusion von JOLIE verlief von Minsk in nördliche Richtung über die baltischen Staaten Lettland und Estland, sodass auch Riga einen 24-stündigen Niederschlag von 20 Liter und Tallinn im selben Zeitraum 10 Liter pro Quadratmeter meldeten.

Der Tiefdruckwirbel mit seinem Kerndruck von 996 hPa verlagerte sich zunächst nur langsam nach Norden und lag in der Nacht zum 01.09. im Nordosten von Minsk. Am 01.09. zeigte sich JOLIE wesentlich schwächer als am Tag zuvor, denn in Minsk fiel am ganzen Tag nur noch ein Liter pro Quadratmeter an Niederschlag.

Bereits am 01.09. zog dann auch der Tiefdruckwirbel JOLIE sehr rasch nach Norden ab und lag bereits am Morgen des 02.09. über dem Norden Russlands und beeinflusste das Wettergeschehen Osteuropas nicht mehr. Am 04.09. wurde JOLIE nicht mehr namentlich auf der Berliner Wetterkarte erwähnt.

  

          


Geschrieben am 11.09.2006 von Dennis Dalter

Wetterkarte: 01.09.2006

Pate: Axel Springer Mediahouse GmbH