Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  KARIN

(getauft am 28.03.2006)

 

Das Tiefdruckgebiet KARIN entstand am 27.03.2006 bedingt durch eine starke Höhenströmung über dem Nordatlantik. Als KARIN am 28.03. zum ersten Mal im Ausschnitt der Berliner Wetterkarte erschien, war sie noch ein Randtief einer ausgeprägten Zyklone südlich von Neufundland. Allerdings spaltete sich KARIN schon 29.03. ab und legte in den folgenden 24 Stunden aufgrund von intensiven Höhenströmung eine Strecke von über 1000 km zurück, so dass sie am 30.03. schon über Irland anzutreffen war.

Hier erreichte KARIN auch ihren niedrigsten Luftdruck mit unter 985 hPa. Ihre Warmfront bescherte dabei am Anfang großen Teilen Frankreichs und Südenglands Regenwetter, wobei die Temperaturen nach dem Durchzug der Front am gleichen Tag noch auf bis zu 15°C in London und Paris anstiegen. Deutschland überquerte KARINs Front bis zum folgenden Tag und löste die kühlen Temperaturen von 4-6°C ab. Allerdings gab es gleichzeitig erhebliche Niederschläge in den Mittelgebirgen. So wurde auf dem Feldberg im Schwarzwald am 31.03. eine 24-stündige Niederschlagsmenge von 43 l/m² gemessen, welche die Schneeschmelze schnell vorantrieb. Dies wurde durch die nun einfließende milde Meeresluft noch weiter begünstigt, wodurch in dieser Nacht in Berlin-Dahlem das bisher höchste gemessene Minimum an einem 31. März mit 9,8°C gemessen wurde.

Auch am Tage des 31.03. war es mit Höchstwerten von 14-16°C sehr mild in weiten Teilen Deutschlands. Durch die zum Teil anhaltenden Regenfälle in den Mittelgebirgen, bspw. mit 26 l/m² Niederschlag auf der Wasserkuppe, blieb die Hochwassergefahr auch weiterhin akut.

In den folgenden Tagen wanderte KARIN weiter in Richtung Nordosten ab und folgte dabei dem Verlauf der Ostsee in Richtung Nordskandinavien. Ihre Warmfront wirkte sich am 02.04. auch noch in St. Petersburg aus, so dass Höchstwerte von +8°C gemessen wurden, wobei es weiter östlich im Ural, außerhalb des Einflussbereichs von KARIN, noch teilweise bei Temperaturen unter -20°C starken Frost gab.

Bis zum 06.04. wanderte KARIN langsam südlich an Spitzbergen vorbei in Richtung der Ostküste von Grönland, die Warmluft war inzwischen schon soweit abgekühlt, dass es im Durchzugsgebiet von KARIN aber nur noch unterbrochenen leichten Schneefall gab. Durch die schon seit längerer Zeit fehlende starke Höhenströmung bekam KARIN jetzt keinen weiteren Antrieb, wodurch sie sich langsam immer weiter abschwächte und schließlich am 06.04. über dem Nordmeer zwischen Spitzbergen und Grönland auflöste.


Geschrieben am 12.04.2006 von Thomas Schubert

Wetterkarte: 30.03.2006

Pate: Karin Mendel