Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  KERSTIN

(getauft am 20.01.2006)

 

 

 

Am 20. Januar 2006 entstand über dem Skagerrak ein Tiefdruckgebiet an den Ausläufern eines Sturmwirbels über Island, es wurde noch am selben Tag auf den Namen KERSTIN getauft und wies einen Kerndruck von ungefähr 1005 hPa auf.

KERSTIN stellte die Grenze zwischen der kalten Festlandsluft über Osteuropa und der milden Meeresluft im Westen Europas dar. Sie zog innerhalb eines Tages über Norddeutschland hinweg bis nach Österreich und Ungarn und brachte vorübergehend feucht-milde Meeresluft nach Deutschland.

So erreichte die Lufttemperatur ihr Maximum gegen Mitternacht, z.B. in Berlin-Dahlem mit 3,7°C, nachdem gefrierender Regen und Sprühregen den ganzen Tag zu Glätte geführt hatten. Am nächsten Tag schwankte die Temperatur im Osten Deutschlands zwischen 2 und 3 °C ohne die Schneedecke von etwa 10 cm abzutauen. Währenddessen betrugen die Temperaturen im Westen bis zu 7°C. KERSTIN brachte starke Windböen und nur wenig Niederschlag.

In der Nacht zum 22. Januar erreichte von Osten her sehr kalte Luft das östliche Deutschland nachdem KERSTIN mit ihrem Kern durch gezogen war. Bei Bewölkungsrückgang sank die Temperatur vor allem in Odernähe unter -15°C. Im westlichen Deutschland dagegen, auf der anderen Seite der Kaltfront, blieb es noch deutlicher wärmer bei Temperaturen von bis zu 8°C. Währenddessen war KERSTIN in abgeschwächter Form schon über den Karpaten angelangt, von wo aus sie zunächst zum Kaspischen Meer, am 24. Januar weiter nach Russland zog und schließlich aus Europa verschwand.

 

 


Geschrieben am 10.02.2006 von Juliane Büttner

Wetterkarte: 21.01.2006

Pate: NDR, Kerstin Breuer