Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  KIRA

(getauft am 19.11.2006)

 

 

 

 

Ein über Nordamerika entstandenes Tiefdruckgebiet zog am 18.11. bedingt durch eine starke Höhenströmung auf den offenen Atlantik hinaus in Richtung Europa. Am Folgetag wurde es bereits südlich von Grönland liegend auf den Namen KIRA getauft.

Durch das noch verhältnismäßig warme Wasser der Dänemarkstraße und durch sehr kalte Luft in der Höhe konnte sich KIRA stark intensivieren und zu einem Orkantief entwickeln. Am 20.11. lag ihr Kern mit einem bemerkenswerten Druck von etwa 950hPa zwischen Island und den Britischen Inseln, sie hatte die Rolle einer Steuerungszyklone übernommen und bestimmte nun die Luftströmung von Grönland bis nach Mitteleuropa.

Dabei reichte ihre Okklusionsfront bis zu den Pyrenäen. Sie überquerte am 20. und 21.11. verbunden mit starker Bewölkung auch Deutschland von West nach Ost, verlor dabei aber zunehmend an Kraft. So meldeten einige Stationen am Niederrhein noch 24-stündige Regenmengen von über 10l/m², während im Osten Deutschlands verbreitet nur noch unter 5l/m² gemessen werden konnten.

Während der mit KIRA verbundene Höhentrog über Norditalien ein neues, niederschlagsintensives Tiefdruckgebiet namens LENA induzierte, schwächte sich KIRA nun zunehmend ab. Sie befand sich am 22.11. mit einem Kerndruck von rund 980hPa über der Nordsee und löste vor allem über Norddeutschland noch einige Schauer aus. Am Folgetag konnte sie das letzte Mal in der Berliner Wetterkarte analysiert werden, bevor sie schließlich in dem neuen Tief MARTHA aufging.

 

 

 

 

 

 

 


Geschrieben am 14.12.2006 von Steffen Dietz

Wetterkarte: 21.11.2006

Pate: Kira Busse