Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  KORDULA

(getauft am 25.05.2006)

 

 

 

Ein über der Nordsee entstandenes Wellentief wurde am Donnerstag, den 25.05.06 auf den Namen KORDULA getauft. Am Tag seiner Taufe lag der Kern des in der Entwicklung befindlichen Tiefs vor der Westküste Dänemarks.

Die zum System KORDULA gehörende Kaltfront drang dabei von Nordwesten und Norden her nach Deutschland ein und löste dabei einige Schauer aus. Die Niederschlagsmengen im Norddeutschen Raum fielen jedoch relativ gering aus. So lag die dort gemessene 24-stündige Niederschlagsmenge verbreitet bei unter 1 Liter pro Quadratmeter. Anders fiel die Verteilung der Niederschlagsmengen in den Mittelgebirgen und im Süden Deutschlands aus. Dort konnte sich die Front in den Abendstunden restrukturieren und dies wiederum löste zum Teil länger anhaltenden Regen aus. Die Messgeräte der Wetterstation in Braunlage (Harz) registrierten beispielsweise innerhalb von 24 Stunden 16 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter, während im Schwarzwald und im Bayerischen Wald 19 bis 32 Liter gemessen werden konnten. Die Höchstwerte der Temperatur lagen an diesem Tag im gesamten Deutschen Raum unter 15°C.

KORDULA zog rasch nach Osten weiter und befand sich mit ihrem Zentrum am Freitag, den 26.05.06 über der Ostsee. Die Kaltfront überquerte an diesem Tag den Süddeutschen Raum und verlagerte sich dann nach Osten, bis zu einer Linie Tschechien-Polen. Die größten Niederschlagssummen kamen dabei im Saarland, Schwarzwald und den Mittelgebirgen zustande. Verbreitet wurden 24-stündige Niederschlagssummen von über 20 l/m² gemessen. In Hessen konnten örtlich sogar über 40 Liter gemessen werden. Bei der kühlen und feuchten Nordatlantikluft die weiterhin nach Deutschland strömte stiegen auch an diesem Tag die Höchstwerte nicht über 15°C.

Mit der kräftigen Höhenströmung (in 5,5km Höhe ~ 150 km/h) verlagerte sich KORDULA weiter nach Osten. Der Tiefdruckwirbel lag daher mit seinem Zentrum am Samstag bereits über den Russischen Distrikten Smolenzk und Kaluga, etwa 200 Kilometer südwestlich von Moskau. Der Wettereinfluss beschränkte sich aber auf die Osteuropäischen Länder. Die Tschechische Hauptstadt Prag registrierte mit 18 l/m² die größte 24-stündige Niederschlagssumme.

Ein sich ausdehnendes Hochdruckgebiet über Westsibirien drängte KORDULA am Sonntag, den 28.05.06 wieder nach Nordwesten zurück, so dass der Kern des Tiefs sich nun bei St. Petersburg befand. Über Nordfinnland und Russland wurden an diesem Tag Schauer sowie Regen gemeldet.

Noch etwas weiter im Norden lag das Zentrum des Tiefdruckgebietes am Montag, den 29.05.06. Der Kern hatte sich bis in das Gebiet des Weissen Meeres verlagert und die wetteraktiven Fronten erstreckten sich über die Barentssee und Nordrussland hinweg bis nach Nordwestsibirien, brachten aber nur wenig Niederschlag.

Am nächsten Tag zog das Tief dann unter Abschwächung nach Süden weiter, entlang des Bottnischen Meerbusens, bis in die Nähe von Stockholm. Dort blieb KORDULA bis zum nächsten Tag; quasi stationär, liegen und löste sich schließlich auf. Als kleines „Abschiedsgeschenk“ wurden am 01.06.06 ein paar Schauer im Norddeutschen Küstenraum ausgelöst. 

 

 


Geschrieben am 07.06.2006 von Ronny Büttner

Wetterkarte: 26.05.2006

Pate: Kordula Kahl