Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  LAILA

(getauft am 29.03.2006)

 

Das Tief LAILA wurde am 29.03.2006 aufgrund einer Entwicklung an der Kaltfront vom Vorgängertief KARIN getauft.

Einen Tag später war LAILA dann schon auf den Wetterkarten als eigenständiges Tief erkennbar und bildete mit den Wirbeln JASMIN I und KARIN eine ausgesprochen kompakte Tiefdruckzone westlich von Irland. LAILA hatte dabei schon einen Kerndruck von unter 985 hPa erreicht. Am 31.03. lag LAILA mit den dazu gehörigen Fronten über den Britischen Inseln und sorgte dort für etwas Regen, so wurde am Morgen in Glasgow eine 24-stündige Regensumme von 3 Litern pro Quadratmeter gemeldet.

Da sich LAILA in ihrer Position kaum verlagerte, konnte auf der Vorderseite der Tiefdruckgebiete, zu denen neben LAILA auch KARIN und JASMIN gehörten, feuchtwarme Luft aus Südwesten nach Deutschland gelangen. In der feuchten Luft entwickelten sich einige Schauer und Gewitter, die teilweise mehr als 20 Liter Niederschlag brachten. So wurden beispielsweise auf der Wasserkuppe in der Rhön 26 Liter pro Quadratmeter gemessen.   

Auch am 02.04 hatte sich LAILA nicht von den Britischen Inseln lösen können, so dass weiterhin in einer Südwestströmung etwas mildere Luft nach Deutschland gelangen konnte. Nur an den Küsten, wo das Wasser die Luft noch deutlich abkühlte, wurden meistens die 10°C nicht überschritten.

Mit der langsamen Verlagerung in Richtung Skandinavien gelangte Deutschland in den Bereich der Kaltfront welche am 03.04 durchzog und mit der Winddrehung auf Nordwest stiegen die Temperaturen kaum noch über 10°C. Da die eingeflossene Kaltluft sehr labil war, bildeten sich häufig Schauer und auch Gewitter, die zum Teil mit Graupel und Hagel verbunden waren. In Berlin- Dahlem fiel kurz vor 20 Uhr bei einem Schauer soviel Hagel, das sich eine durchbrochene Hageldecke bilden konnte. Da die Nacht zudem noch klar war, konnte es rasch auf Werte unter dem Gefrierpunkt abkühlen und so konnte man selbst am nächsten Morgen noch Reste der Hageldecke beobachten. Der Kerndruck von LAILA hatte sich in der Zwischenzeit auf etwa 1005 hPa aufgefüllt.

In der Folge hatte sich LAILA dann der Höhenströmung folgend über das Baltikum und Finnland zum Nordkap verlagert, wurde vom nachfolgendem Tief NANCY wieder eingefangen, nochmals bis nach Mittel-Norwegen gezogen und hatte dort nochmals einen Kerndruck von 995 hPa erreicht. Danach wurde LAILA endgültig über Spitzbergen nach Norden abgedrängt und löste sich dort am 10.04.2006 auf.


Geschrieben am 21.04.2006 von Ingmar Behrendt

Wetterkarte: 04.04.2006

Pate: Laila Pfaff