Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  LELLA

(getauft am 29.05.2006)

 

 

Ein über dem Golf von Genua entstandenes Wellentief wurde am Dienstag, den 30.05.2006 auf den Namen LELLA getauft. Zu diesem Zeitpunkt lag über dem Seegebiet bei Genua eine markante Luftmassengrenze, welche die Entwicklung des Tiefdruckwirbels förderte. Der Kerndruck lag am Tag der Taufe bei etwa 1005 Hektopascal.

Deutschland lag genau zwischen diesem Tief und einem Hoch über dem Atlantik, daher konnte ungehindert kühle Meeresluft in das Bundesgebiet einströmen. Dies sollte letztendlich auch die letzte kühle Periode vor dem kommenden heißen und trockenen Sommer werden.

Bis zum nächsten Tag zog LELLA unter weiterer Verstärkung des Kerndruckes ost- bis nordostwärts über Kroatien und Ungarn hinweg bis nach Moldawien. Auf diesem Weg lies es LELLA teils heftig regnen. In Slowenien, an der Wetterstation Postojna, konnten 70 Liter pro Quadratmeter gemessen werden, während an der Dalmatinischen Küste sogar bis zu 110 l/m² registriert wurden. Auch der Südosten Polens wurde bereits von den Frontensystemen des Tiefdruckwirbels LELLA erfasst, dort wurden regional aber nur etwa 30 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter gemessen.

Am Donnerstag, den 01.06.2006 befand sich das Tiefdruckgebiet bereits vor der Russischen Großstadt St. Petersburg. LELLA hatte also die nördliche Zugbahn beibehalten. Auf dem Weg nach Norden konnte sich der Wirbel zudem weiter verstärken, so lag der Kerndruck des Tiefs nun schon bei 990 Hektopascal. In dem Einflussbereich der Frontensysteme von LELLA dauerten die ergiebigen Regenfälle an. In Minsk fielen innerhalb von 12 Stunden knappe 30 Liter Regen vom Himmel und selbst in Estland konnten bis zu 24 Liter Niederschlag gemessen werden. Deutschland konnte wegen des Hochdruckeinflusses nicht von diesen Regenmengen profitieren.

Eingebettet in die doch recht kräftige Höhenströmung gelangte LELLA bis zum nächsten Tag weit in den hohen Norden. Der Wirbel lag nun vor der Küste des Weißen Meeres, nahe der Russischen Stadt Archangelsk. Von Talin bis Murmansk wurden dabei wiederum erhebliche Regenmengen freigesetzt.

In den nächsten Tagen zog das Tief unter Abschwächung weiter nach Norden über das Gebiet der Barentssee hinweg bis zum Franz-Josef-Land, wo sich der Wirbel am 05.06.2006 schließlich auflöste.     

 


Geschrieben am 01.08.2006 von Ronny Büttner

Wetterkarte: 01.06.2006

Pate: Margit Spacek