Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  LENA

(getauft am 21.11.2006)

 

 

Bedingt durch eine starke meridionale Ausweitung eines Höhentroges über Europa bis zum Mittelmeer und einer damit verbundenen Labilisierung der dortigen Luftschichten konnte sich über dem Golf von Genua ein neues Tiefdruckgebiet entwickeln. Es wurde am 21.11. auf den Namen LENA getauft.

In ihrem Bereich kam es zu teils intensiven schauerartig verstärkten Niederschlägen. So fielen am Tag und in der Nacht zum 22.11. verbreitet 12-stündige Regenmengen von mehr als 20 l/m², beispielsweise wurden in Nova Gorica (Nähe Zagreb) 54 l/m² gemessen, in Rijeka 52 l/m². In Florenz wurden innerhalb eines 24-stündigen Zeitraums 49 l/m² registriert. Südlich des Kerns von LENA hielt sich recht warme Luft, in der in Süditalien und im westlichen Mittelmeerbereich verbreitet über 20°C gemessen werden konnten. So stieg die Temperatur in Catania bis 24°C, in Ostspanien wurde in Tortosa und Murcia 22°C erreicht.

Am 22.11. lag LENA mit ihrem Zentrum nahezu unverändert über Norditalien, hatte sich jedoch leicht verstärkt. Ihre Kaltfront reichte über die Pyrenäen bis in den Golf von Biskaya und sorgte in ihrem Bereich für viele Wolken und gelegentliche Regenfälle. Die Warmfront verlief über Österreich bis nach Polen und ging dort in die Okklusion des Tiefs KIRA über der Nordsee über. In ihrem Zentralbereich kam es erneut zu kräftigen Regenfällen und teils Gewittern mit regional sehr unterschiedlichen Mengen. Das dicht bei Neapel liegende Grazzanise meldete z.B. eine 12-stündige Menge von 28 l/m², während in Neapel selbst kein Regen fiel. Auch im kroatischen Gospic fielen mit 35 l/m² hohe Niederschlagsmengen.

Im weiteren Verlauf verlagerte sich LENA ostwärts bis Rumänien und schwächte sich dabei zunehmend ab. Am 23.11. konnte sie das letzte Mal in der Berliner Wetterkarte analysiert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben am 15.12.2006 von Steffen Dietz

Wetterkarte: 22.11.2006

Pate: Lena Keil