Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  LIESBETH

(getauft am 23.01.2006)

 

 

Am 22. Januar 2006 tauchte über dem Atlantik westlich von Spanien erstmals ein Tief auf, es zog nach Norden und wurde einen Tag später auf den Namen LIESBETH getauft. In Mitteleuropa war währenddessen noch das Hoch CLAUS mit eisigen Temperaturen wetterbestimmend.

LIESBETH zog am 23. und 24. Januar weiter Richtung Nordmeer. Einen Tag später veränderte LIESBETH ihre Zugbahn Richtung Südosten, wobei sie sich über Skandinavien in zwei Teile aufspaltete. Ein Teil des Tiefs blieb über Finnland zunächst relativ stationär liegen (I), während sich der andere Teil (II) nach Süden verlagerte.

Das nördliche Haupttief LIESBETH I brachte milde Meeresluft nach Schweden und Finnland, sodass dort die Temperaturen über den Gefrierpunkt anstiegen. Ihre Ausläufer reichten bereits bis in den nordwestlichen Teil Russlands und bescherten Moskau einen Temperaturanstieg auf (im Vergleich zu den Vortagen „warme“) -10°C und Sankt Petersburg sogar Werte um -3 °C.

Am 25. und 26. Januar zog das Zentrum von Teiltief LIESBETH I weiter in Richtung Osten und befand sich am 26. Januar zwischen Helsinki und Sankt Petersburg, es verschwand schließlich gen Osten von den europäischen Wetterkarten.

Das westliche Teiltief LIESBETH II befand sich am Vormittag des 25. Januar über Dänemark und gelangte im Tagesverlauf über Deutschland hinweg in Richtung Frankreich und die Schweiz. Durch das Vordringen des Tiefs wurde das dominierende Hoch CLAUS abgeschwächt, sodass vor allem im Norden und Osten Deutschlands mildere Temperaturen als in den Vortagen erreicht wurden. LIESBETH II bescherte der Nordwesthälfte Deutschlands leichten Schneefall, an der Nordsee ging Eisregen nieder.

Am 26. Januar verlagerte sich LIESBETH II und das damit verbundene Niederschlagsgebiet ins Rhein-Main-Gebiet. In Rheinland-Pfalz und Hessen schneite es, vom Emsland bis zum Niederrhein fiel infolge der milden Nordseeluft, die LIESBETH II mitbrachte, Regen. In Düsseldorf wurden beispielsweise Werte um 3°C erreicht.

LIESBETH II zog schließlich weiter Richtung Frankreich, wobei sich in der Nacht zum 27. Januar die Niederschläge vorübergehend verstärkten. Am 27. Januar löste sie sich über der Schweiz aber auf.


Geschrieben am 06.02.2006 von Katrin Krüger

Wetterkarte: 26.01.2006

Pate: Harry Otten