Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  LILLY

(getauft am 04.09.2006)

 

 

Das Tiefdruckgebiet LILLY entstand am Tag seiner Taufe ca. 10° nördlich der Azoren und hatte zuerst einen nur schwach ausgeprägten Warm- und Kaltluftsektor. Bereits am nächsten Tag lag LILLY vor der Westküste Irlands und hatte noch immer kein abgeschlossen Luftdruckzentrum.

Am 06. und 07.09.2006 entwickelte sich LILLY rasch weiter und zog dabei über Großbritannien und die Nordsee nach Skandinavien und lag am Morgen des 07.09.2006 mit dem nun gut sichtbaren Zentrum bei Oslo. Da LILLY nun gut ausgebildet war, konnte an der Vorderseite im Warmluftbereich subtropische Luft weit nach Norden befördert werden. Im Bereich der am Mittag des 07.09. noch quer über Deutschland liegenden Kaltfront kam es mit jedem Kilometer weiter nach Osten zu einer deutlichen Abschwächung, im Westen und Norden Deutschlands kam es dabei verbreitet noch zu Schauern und einzelnen Gewittern. Im Berliner Raum reichte es am Abend nur noch zu geringen Regenschauern, die keinen messbaren Niederschlag brachten. Vor allem an den Küsten und im norddeutschen Tiefland kam es dabei zu Windböen, die von Stärke 6 in Landesinneren bis zur Stärke 8 an den Küsten reichte.

Am 08.09. hatte LILLY mit einem Kerndruck von unter 1000hPa  über Finnland den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreicht. Während das Zentrum des Tiefs schon über Finnland  lag, schleifte die Kaltfront noch an den Alpen und so kam es dort noch zu Niederschlägen.

Am 09. und 10. September verlagerte sich LILLY nun weiter nach Osten. Sie konnte ihren Kerndruck dabei anfangs noch vertiefen, aber die Kaltfront holte zusehends die Warmfront ein und so begann unweigerlich die Abschwächung von LILLY.

Als das Tiefdruckgebiet  LILLY im nördlichen Ural angekommen war, verlagerte es sich nur noch unwesentlich. Bei diesem Prozess schwächte sich das Tief soweit ab, dass es am 14.09.2006 endgültig von den Wetterkarten verschwand.

 


Geschrieben am 28.09.2006 von Ingmar Behrendt

Wetterkarte: 07.09.2006

Pate: Heike Bahr