Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  MAIKE

(getauft am 14.09.2006)

 

 

Am 14.09. überstrich die Front eines Tiefdruckgebietes mit Kern über dem Nordatlantik Westeuropa. An dieser Front bildete sich ein Zwischentief, das auf den Namen MAIKE getauft wurde. Auf unserem Wetterkartenausschnitt vom 15.09. ist MAIKE mit ihrem Zentrum über dem Golf von Genua erkennbar. Der Kerndruck betrug hier 1005 hPa.

An der Front kam es im Bereich von MAIKE zu intensiven Hebungsprozessen, wodurch es im nördlichen Mittelmeer zu unwetterartigen Regenfällen kam: In Genua fielen innerhalb von 24 Stunden 213 Liter Regen pro Quadratmeter, auch andere Stationen meldeten über 100 Liter Regen. MAIKE verlagerte sich weiter nach Norden und lag am 16.09. mit ihrem Zentrum bei Paris. Der Kerndruck war nur leicht auf 1006 hPa gestiegen, MAIKE hatte ihre stärkste Ausprägung bereits erreicht.

Die zu MAIKE gehörende Front erreichte auch den Süden Deutschlands: Bereits im Tagesverlauf des 15.09. machten sich im Südwesten dichte Wolkenfelder bemerkbar und es regnete, während es im übrigen Deutschland sonnig und trocken blieb. Insgesamt blieben jedoch die Regenmengen gering. Die sich nach Norden fortsetzende Bewölkung hatte zur Folge, dass die Maximumtemperatur am 15.09. im Süden Deutschlands nicht über 20°C stieg  (Freiburg 18,8°C), während im Norden verbreitet über 25°C gemessen wurden.

Der große Luftdruckgegensatz zwischen MAIKE und dem Hochdruckgebiet JÜRGEN mit Zentrum über Estland führte im Norden Deutschlands zu Böen der Stärke 7. Zusammen mit der aufziehenden Bewölkung bewirkte dies, dass die Nacht zum 16.09. recht mild war: In Dresden-Klotzsche wurde ein Tiefstwert von 19,9°C gemessen.

MAIKE zog nun weiter in Richtung Norden und erreichte am 17.09. die Nordsee. Der Kerndruck betrug nun 1010 hPa. MAIKE löste sich über der Nordsee auf und konnte am 18.09. nicht mehr auf unserem Wetterkartenausschnitt erkannt werden.

 


Geschrieben am 26.10.2006 von Thorsten Pagenkopf

Wetterkarte: 15.09.2006

Pate: Markus Mehner