Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet  MARIEKE

(getauft am 01.02.2006)

 

 

 

Am 01.02.2006 wurde in der Vorhersagekarte für den folgenden Tag ein Tief über dem Norden Skandinaviens auf den Namen MARIEKE getauft, es sollte in den kommenden Tagen Einfluss auf das Wetter in Mitteleuropa nehmen.

Am nächsten Tag lag MARIEKE mit dem Zentrum am Nordkap und hatte einen Kerndruck von unter 1005 hPa. Die weitere Verlagerung zum Baltikum sorgte dafür, dass am 03.02.2006 eine vorlaufende Kaltfront den Nordosten Deutschlands überquerte, jedoch ohne nennenswerte Niederschläge zu bringen. Diese fielen meist als Schneegriesel oder gefrierender Sprühregen, der aber meist nicht zu Glatteis führte.

Nach einer Pause erreichte am Morgen des 04.02.2006 die Kaltfront-Okklusion (Mischfront mit Kalt- und Warmfrontanteilen) von Nordosten her Deutschland und geriet dabei in ein aus der Höhe induziertes Hebungsgebiet. Dabei kam es zu Neuschneemengen von 3cm und mehr. Die Temperatur ging hinter der Front aufgrund des Kaltfrontcharakters rasch zurück.

Da MARIEKE mit dem Druckzentrum bereits über der Ukraine lag, konnte die durch das nachfolgende Hochdruckgebiet ERNSTWOLFGANG herangeführte Kaltluft wieder nach Ostdeutschland übergreifen. Das Minimum in der Nacht zum 05.02.2006 lag in weiten Teilen Deutschlands wieder unter dem Gefrierpunkt, im Osten aber meist unter -10°C. In Doberlug-Kirchhain wurden -18,8°C gemessen, aber auch in der Lausitz lagen die Minima bei ähnlichen Werten.

MARIEKE war mit ihrem Zentrum nun am Nordufer des Schwarzen Meeres angekommen und hatte sich auf einen Kerndruck von 1015 hPa abgeschwächt. Bei der weiteren Verlagerung von MARIEKE mit der Höhenströmung in Richtung Ural schwächte sie sich weiter ab. Am Morgen des 06.02.2006 war MARIEKE mit ihrem Druckzentrum an der mittleren Wolga angekommen und verschwand danach aus unserem Kartenausschnitt.

 


Geschrieben am 07.02.2006 von Ingmar Behrendt

Wetterkarte: 03.02. oder 04.02.06

Pate: Harry Otten