Lebensgeschichte

 

Tiefdruckgebiet MELITTA

(getauft am 20.12.2002)

 

 

 

Das Tief MELITTA bildete sich als Teil einer ganzen Zyklonenfamilie am 20.12. aufgrund einer so genannten Wellenstörung im Nordatlantik.

Am darauffolgenden Tag war es nur wenig in östlicher Richtung gezogen und war deshalb im westlichen Europa nur wenig wetterbestimmend, brachte allerdings in der Bundesrepublik aufgrund einer vorgelagerten Front bereits eine Zweiteilung der Temperaturen: im Norden und im Osten dauerte vielfach auch am Tag leichter Frost an; im Südwesten und Süden Deutschlands stiegen die Temperaturen teilweise weit über fünf Grad an.

Am 22. Dezember befand sich das Tief nordwestlich der britischen Inseln, es spaltete sich ein Teiltief MELITTA II über Großbritannien ab und brachte vor allem dort Niederschläge, während es in Deutschland zunächst vor allem bei dem starken Temperaturgegensatz blieb. Im Verlauf des Tages griffen große Niederschlagsgebiete von Frankreich her vor allem auf das westliche Deutschland über. Um die Mittagszeit wurden im Saarland aber auch in den Niederlanden zwischen 10 und 18 mm Regen gemessen. Wegen kalter Luft am Boden fror der Regen in Norddeutschland in manchen Gebieten.

Am 23.12. lag MELITTA II mit seinem Zentrum genau über Deutschland, während sich MELITTA I nordwestlich bis nach Island verlagert hatte. Wieder regnete es ergiebig in der warmen Luft (bis zu 20 mm) vor allem in Mitteldeutschland, im Nordosten regnete es zwar weniger, jedoch gefror der Regen wieder am Boden. Bis zum nächsten Tag zog das Tief bis zum schwarzen Meer und hatte sich deutlich abgeschwächt, brachte aber auch dort noch Regen.

Am 25.12. befand es sich über dem Iran, war aber als geschlossene Zyklone nicht mehr zu erkennen.

 

 


Geschrieben am 09.01.2003 von Matthias Zoeller

Wetterkarte: 23.12.2002

Pate: Christian Enzmann